Frankie Chavez: Family Tree von Michael Ebmeyer David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kennzeichen T - 28.04.2012
Freitag, 25. Mai 2012 | 11:37

Toms Schnellgericht

11.10.2010

Hinrichtungen und leckere Häppchen

Unser Ressortleiter Musik, TOM ASAM, stellt in aller gewürzten Kürze vor: Tamco, Okamotonoriaki, Leilanautik, Brandon Flowers, Fran Healey, Maximum Balloon und Paul Smith

 

Hinter Tamco steckt die Sängerin Tammy Payne, die in der Vergangenheit u.a. durch Zusammenarbeit mit John Parish (PJ Harvey) und Smith&Mighty oder mit den Jukes aufgefallen ist. Mit Don´t think twice ist ihr der seltene Glücksgriff gelungen, Songs diverser großer Interpreten würdig neu zu interpretieren.

 

Von I put a spell on you (Screaming J. Hawkins), über Jolene (Dolly Parton), I want you (Elvis Costello) und Summer Wine (Lee Hazelwood) bis hin zu Dylans Don´t think twice... und zwei Songs von Leonard Cohen reicht die stilsichere Auswahl. Tamcos Coverversionen gehen behutsam mit den Originalen um und verleihen ihnen gleichzeitig eine eigenen Note. Begleitet von erfahrenen Musikern setzt Tamcos überragende Stimme dem ganzen die Krone auf. Sehr gelungen; ernsthaft der erste Weihnachtsgeschenktipp für Leute deren Geschmack man nicht zu gut kennt, bei dem man nichts falsch machen kann.

 

Okamotonoriaki heißt schlaumeierisch wie simpel zugleich das Projekt von Okomoto Noriaki. Der 1983 in Osaka geborene Graphic Designer schaut mit dem Telescope tief in die Innenwelt seines Rechners und zaubert durchaus beachtenswerte Soundscapes. Tröpfelnde Pianomelodien paaren sich mit fetten drum beats und warmen Synthiemelodien. Haben wir so oder ähnlich schon gehört, macht aber Laune. Wer auf  Veröffentlichungen von Morr Music abfährt, dürfte auch hieran Gefallen finden. Allerdings heißt es: schnell sein, da die CD auf 400 Kopien limitiert ist (www.mu-nest.com)

 

Schöner Bandname, interessantes Cover: Leilanautik liefern mit Unser schöner Realismus jedoch leider nur durchnittlichen Deutschpop. Klingt nach ambitionierter Provinzband, die in den 90er Jahren an die Hamburger Schule wechseln will. Gut gemeinte Texte, „Oohhs“ und Aaahhs“ zu rhythmisch streckenweise interessanter Instrumentierung (Achtung: Police!). „Jedes Kind hat seinen Fluss, auf dem es Boote treiben muss, manche sicher gebaut, manche Kronen aus Schaum.“ - „Davon wird die Welt nicht gut.“

 

Nicht nur die Zahl der veröffentlichenden Bands ist ins unvorstellbare explodiert, auch die Veröffentlichungsabstände werden zusehens geringer – obwohl (oder weil) man angeblich mit Tonträgerveröffentlichungen kaum mehr Geld macht!? Und dann gibt es gerade auch noch den Trend zu Soloveröffentlichungen. Aktuell: Brandon Flowers von den Killers (mit oder ohne Band nicht so mein Ding), Fran Healey von Travis (keine Überaschungen), Carl Barat (Ex-Libertines; Dirty Pretty Things (solide). Richtig überzeugend ist das Projekt Maximum Balloon von David Sitek (TV on the Radio, Top-Produzent). Er hat sich dafür seine Lieblingssänger und – Sängerinnen  ins Studio geholt. Neben Karen O von den Yeah Yeah Yeahs sind auch seine Freunde Kyp Malone und Tunde Adebimpe von TV On The Radio und der legendäre David Byrne dabei. Cleverer weißer Funk in absolut tanzbarer Popmanier. Spitze! Die Wartezeit auf das nächste Maximo Park Album versüßt Sänger Paul Smith mit Margins. Keine zackig-kantigen Instrumentenduelle, dafür durchaus gelungene Indiepopsongs mit leichtem Folk-Touch und toller Gitarrenarbeit. Hitverdächtig: Our Lady of Lourdes.


Flattr this

 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Unser Lieblingssufi live!!

06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...