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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:38

Absynthe Minded: Same

16.10.2010

Belgische Pop-Praline

Was fällt Ihnen zu Belgien ein? Kulturelle Auseinandersetzungen zwischen flämischen und wallonischen Bevölkerungsteilen. Brüssel als Hauptsitz der EU und Sitz der Nato (und trotzdem wie keine andere europäische Stadt lange in den eigenen Fäkalien dümpelnde Metropole). Von TOM ASAM

 

Klar, und sonst? Pralinen, Pommes, Kinderschänder? Genau. Aktuelle Beiträge zur Popgeschichte? Keine Ahnung? Ich auch nicht. Beim Belgier selbst scheinen diese Herren allerdings sehr hoch im Kurs zu stehen. Mehrfachplatin fürs (vierte) Album und diverse Auszeichnungen sprechen da eine deutliche Sprache. Alle Sprachen der Menschheit zusammengenommen, dürfte einer der überstrapaziertesten Begriffe der letzten Jahre „Indie-„ sein. So ging unter anderem auch ein Award für die „Beste Indie-Rock-Band“ an die Belgische Band mit dem schönen Namen Absynthe Minded, deren Musik allerdings so überhaupt nicht nach schnapsvernebelten Köpfen oder mentaler Abwesenheit kingt. Und nach Indie-Rock schon gar nicht. Eher nach auf nostalgisch getrimmten Erwachsenenpop der durchdachten Art. Interessanter Satz aus der Presseinfo:“ Ebenso retrospektiv ist auch der Zauberwürfel mit dem sich Bert auf dem Cover des vierten Absynthe Minded-Albums zeigt, welches den Fortschritt und Facettenreichtum der Band zusammenfasst – angefangen bei Folkrock, Gypsy-Swing über Indie-Rock bis hin zu einer Art Lärmkulisse.“ Soso, langsam habe ich eine Ahnung, wo die Absinth-Flasche rumstand.

 

Ein Schluck zu wenig

Aber man muss zugeben, dass die durchwegs guten Musikern und ihren „Vintage-Instrumenten“ geschuldeten Songs in all ihrer Professionalität und Mainstream-Tauglichkeit einen gewissen Charme haben. Klavier, Hammond Orgel, Violine und Kontrabass sorgen für eine eigene Note und einen warmen Klang. Das Songmaterial erinnert von der Gesangsmelodie des öfteren an Chillipepper-Balladen, knows entwickelt sich aus Dire-Straits-Anleihen zu einem eigenständigen Popsong, Aquired Taste oder Heroic Part one haben Hitpotential und Papillon steht wohl für die „Art Lärmkulisse.“ Ingesamt ein solides Popalbum einer Band, von der ich mir vorstellen kann, dass sie ihre wahren Fähigkeiten jedoch erst live offenbart (auf die Tourtermine im November achten!). Beim nächsten Mal empfehle ich allerdings wirklich den Musikern einen Schluck aus der Pulle, damit das noch etwas spontaner wirkt und phantasievollere Songtitel als Knows, Baby, Don´t Go oder Choice zu Stande kommen.


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