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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:39

Moebius: Blue Moon O.S.T & Hans-Joachim Roedelius: Ex animo

18.10.2010

Pionierarbeit

Zwei der wichtigsten Protagonisten der deutschen Avantgarde der elektronischen Musik mit neuen Veröffentlichungen innerhalb weniger Tage. Von TOM ASAM

 

Moebius und Roedelius sind Pioniere und so etwas wie lebende Legenden. Bereits vor vierzig Jahren ließen sie mit Kluster (bzw. Cluster) bluesgetränkte oder psychedelische Varianten des zeitgenössischen Rock links liegen um stattdessen relativ abstrakte, repetetive Elektronik-Soundscapes voller hypnotisch-suggestiver Macht zu erschaffen. Der Einfluss ihrer Arbeiten – auch jener unter dem Namen Harmonia erschienenen- ist kaum genug zu würdigen. Das hat sich vor allem in den letzten fünfzehn Jahren (wieder) vermehrt herumgesprochen. Und so verwundert es auch nicht, dass sie im Jahre 2010 wieder als Cluster um die Welt reisen!

 

Bei Blue Moon von Moebius handelt es sich um eine Wiederveröffentlichung des erstmals 1986 erschienenen Soundtracks zum gleichnamigen Film. Zu diesem Zeitpunkt hatte elektronische Musik nichts wirklich Exotisches mehr an sich. Moebius, der schon innerhalb von Cluster eher der Vereinfacher war, liefert hier rhythmisch-harmonische Skizzen von klanglicher Transparenz. Klar strukturierte, schlicht schöne Musik, die es wiederzuentdecken lohnt. Einziges Manko: man merkt die Limitierung durch die jeweiligen Zeit-Vorgaben durch entsprechende Filmsequenzen. Die Stücke wirken dadurch durchgehend etwas abgewürgt und domestiziert. Trotzdem schön.

 

Bei Ex animo hingegegen handelt es sich tatsächlich um ein weiteres neues Stück Musik des 1934 geborenen Beuys-Schülers Roedelius, dessen Name mittlerweile auf unglaublichen 160 Veröffentlichungen zu finden ist. Roedelius berichtet von Fans, die seine Tonmalereien oft als „Balsam für´s Gemüt empfinden.“ Der gelernte Physiotherapeut freut sich, seinen Hörern mit dieser „absichtslos“ entstandenen Musik eine subtile Art der Massage zukommen zu lassen. Ex animo bietet – ähnlich wie die nach und nach wieder veröffentlichten Soloalben der späten 70er eine Art von zeitlosem Schönklang, der nicht mit beliebigem Easy Listening verwechselt werden sollte.


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