Hereinspaziert
In seiner eigenen Formation Enders Room vereint er wohl alle Einflüsse, die er in seinem Musikerleben bisher aufgesogen hat. Seine Liebe zum Jazz verbindet er mit der Neugier bezüglich elektronischer Musik und Minimal Musik. Der Enders Room ist ein Klangraum für sich, den es zu entdecken undbedingt lohnt. Im Mittelpunkt mag Jazz im weitesten Sinne stehen, doch wird dieser Musik in ihrer ganzen Ausdehnung und Dichte ein gängiger Genrebegriff schwer gerecht. Ender entwirft, programmiert und spielt seine Stücke selbst (ein), lässt jedoch Raum für Improvisationen, ohne selbstverliebte Instrumentalsolo-Passagen zuzulassen. Am Tenorsaxophon gehört er -laut dem Fachblatt Jazzthing – zu den weltweit zehn wichtigsten Nachwuchstalenten (ist doch toll, dass es heutzutage noch Branchen gibt in denen man mit 43 noch zum Nachwuchs zählt!). Unterstützt wird Enders auf zen tauri unter anderem von Micha Acher (Trompete) und Wolfgang Muthspiel (Gitarre). Für Notwist-Fans mit offenen Ohren genauso zu empfehlen wie für open minden Jazzfans, die beispielsweise einen Nils Petter Molvaer (mit dem Enders auch schon zusammenarbeitete) nicht als Verräter an der Sache empfinden.

