Falls die Musik von Tristano solche Reaktionen bei jemandem hervorrufen sollte, wäre das schon sehr eigentümlich. Der klassisch ausgebildete Pianist, beschloss nach dem vorgezeichneten Weg von der Akademie zur Philharmonie doch noch einmal neue Wege zu beschreiten. Auf seinen bisherigen Platten suchte er nach neuen Grenzverläufen zwischen akustischer und elektronischer Musik. Er möchte eine eigentümliche Musik schaffen, die dem Piano eine neue Aufmerksamkeit verschafft und automatische Gedankenreflexe wie Klassik und Vergangenheit auflöst. Vor allem das Projekt Aufgang sorgte letztes Jahr für großes Echo. Gemeinsam mit Schlagzeuger Aymeric Westrich und einem weiteren Pianisten (Rami Khalifé) schuf er eine interessante Vermischung von klassischen Elementen und Club-Kultur.
Idiosynkrasia setzt Tristanos Reise fort. Während sein letztes Soloalbum bereits von Moritz von Oswald gemastert und co-produziert worden war, zeigt er sich hier noch stärker vom Techno begeistert. Die Zusammenarbeit mit Detroit-Legende Carl Craig in dessen Studio spielte eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Platte. „Für mich ist Planet E das Mekka des Sounds“ meint Tristano. Speziell auf dem von einer unnachgiebigen Klavierlinie angetriebenen Hello-Inner Space Dub zeigt sich der Einfluss des frühen Detroit-Technos. Tristano versucht nicht nur das Piano von bestimmten Klischees zu befreien, er ist davon überzeugt, dass es keine Grenzen in der Musik gibt. Sie sollten unbedingt herausfinden, welche individuelle Reaktion diese Musik bei Ihnen hervorruft. Ekel wird es mit Sicherheit nicht sein! Vormerken: Idiosynkrasia erscheint am 19.11!