... und Triangel-Improvisationen
Wer hier Feuer gefangen hat, kann gleich nochmal an der Zeit kratzen und sich auf den 26. November freuen. In der Reihe [old school] veröffentlichen Zeitkratzer (wie auch Whitehouse auf dem eigenen Zeitkratzer-Label) Kompositionen von Alvin Lucier. Vorausgegangen waren in dieser Reihe Vertonungen von John Cage und James Tenney. Die Frage, inwiefern Alvin Lucier als Komponist zu bezeichnen ist, stellt sich anhand seiner Spielanweisungen. Zu Silver street car for the orchestra gibt es etwa knapp zwei Seiten Text, die beschreiben, in welcher Weise die akustischen Charakteristiken einer Triangel während der Aufführung erkundet werden sollen.
Für Opera with objects reichen hingegen 17 Zeilen, in denen die Untersuchung von Objekten wie Bonbongläsern, Plastikbechern oder Streichholzschachteln auf Resonanzen beschrieben wird. Sind diese Spielanweisungen als Kompositionen und die Ergebnisse als Musikstücke zu bezeichnen? Die Vorgaben ermöglichen auf alle Fälle unbegrenzte Interpretationsmöglichkeiten, die neben der teilweise offenen Instrumental- bzw. Objektwahl und deren Klangvielfalt vor allem auch extrem vom individuellen Raumklang bestimmt wird. Zeitkratzers Interpretationen sind mit Ausnahme eines Stückes Livemitschnitte aus der Philharmonie Luxemburg.

