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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:43

Brian Eno with John Hopkins & Leo Abrahams: Small craft on a milk sea

28.10.2010

Der schwimmt sogar in Milch

Eno & Freunde gelangen per Warp-Antrieb in neue Galaxien. Von TOM ASAM

 

Nachdem die für experimentelle wie hippe elektronische Musik bekannten Macher des Warp-Labels in letzter Zeit vermehrt auf Indie-Gitarre und Freakshow (Gunja Sufi) gesetzt haben, nun auch das noch: Sie veröffentlichen ein neues Werk des 62-jährigen Brian Eno. Und liegen damit nicht nur richtig, weil dieser sicher viele Warp-Musiker beeinflusst haben dürfte, sondern – soviel sei schon verraten – nach Handy-Klingelton-Entwürfen und Ausflügen ins Grenzgebiet zwischen Kunst und Technologie - endlich wieder ein richtig gutes Album abliefert.

 

Songtitel und Genregründer

Für Jüngere, die Eno vielleicht nur als Coldplay-Produzenten, oder gar bloß als Songtitel von MGMT (!) kennen, ausschnittsweise im Schnelldurchlauf: Der Mann ist seit vierzig Jahren im Geschäft/ Mitbegründer von Roxy Music/ veröffentlichte Mitte der 70er einige zeitlose Soloalben/ hat mit Kraut-Rock-Legenden wie Cluster und Harmonia Alben veröffentlicht/ was

wiederum maßgeblich den Sound von Bowies genialer Berlin-Trilogie beeinflusste, bei der er als Musiker und Produzent entscheidend mitwirkte/ produzierte weitere bahnbrechende Alben wie Q: Are We Not Men? A: We Are Devo von Devo oder Remain in light von den Talking Heads/ beendete mit Talking-Heads-Kopf David Byrne mit dem Album My life in the ghost of bushes die Trennung von Pop-Musik und Weltmusik/ erfand das Genre Ambient...

 

Und jetzt hat er sich mit dem Gitarristen Leo Abrahmas, den er schon seit Jahren kennt, und dem Ambient-Musiker John Hopkins zusammen getan und überschreitet mal wieder Grenzen. Die der traditionellen Kompositions-Techniken zumindest. Mit viel Mut zur Improvisation und Verzicht auf Standard-Akkordstrukturen entstehen auf dem Milchsee zunächst kleine Ambient-Wellchen, die sich dann aber in rhythmisch ans Ufer klatschende Wellen entwickeln. Nicht so groß, das sie beängstigend wären, sondern gerade recht, um aufs Board zu kommen und den Milchsee genüsslich und variantenreich  abzusurfen. Eine befreiende Klangforschung zwischen Melodie und Rhythmus als Auftakt zu neuen Entdeckungsreisen. Was könnte da noch alles auf uns zukommen, wenn Eno ein paar Warp-Label-Mates zu weiteren, gemeinsamen Schandtaten inspiriert!


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06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
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22.06. ...

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