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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:44

The grand opening: In the midst of your drama

04.11.2010

Nicht das ganz große Drama

Ruhige Töne und große Worte. Nordeuropäer auf Americana-Trip. Von TOM ASAM

 

The Grand Opening ist eine schwedische Band um John Roger Olsson. Der hat eine Vorliebe für ruhige, zurückgenommene Americana. Langsame Traurigkeit, die trotzdem eine gewisse zuversichtliche Wärme ausstrahlt. Genau das Richtige für Allerheiligen, den Tag an dem ich mir das Album in Ruhe anhöre. Friedhof, Tote, Trauer. Aber auch: güldenes Blattwerk und das Wissen, dass der nächste Frühling kommen wird.

 

Doch zurück zur Olsson Bande, zu deren ruhigen Töne – und den großen Worten der Plattenfirma. Die stellt nicht nur Vergleiche mit American Music Club, Smog und Bon Iver an, sondern preist In the midst of your drama gar als das intensivste Album des Jahres an. Das ist in Anbetracht der zarten Musik schon eine ziemlich dicke Lippe. Zur ungefähren musikalischen Verortung sind die Vergleiche keinesfalls verkehrt. Aber die Melodramatik und den Weltschmerz eines Mark Eitzel (American Music Club) kann ich hier nicht wirklich finden. Auch nicht die Melancholie von Bill Callahan (Smog). Und was gerade diese beiden großen Persönlichkeiten anbelangt, darf man deren außergewöhnlichen lyrischen Fähigkeiten nicht vergessen! Das ist natürlich ein Problem der jüngeren Generation. Der Zugriff auf prägende Werke sämtlicher Nischen ist einfacher als früher, Platten aufzunehmen auch. Talente gibt es ohne Ende. Und gerade die Schweden sind schon lange dafür bekannt, in vielen Ausschnitten gute Abbilder amerikanischer Ikonen darzustellen. Große Intensität ist aber eine Sache, die sich nicht so einfach reproduzieren lässt.

 

So habe ich den Feiertag überwiegend mit Ausschnitten aus den zahlreichen Werken der genannten Vorbilder verbracht. Neben Bon Iver gibt es natürlich auch unglaublich viele jüngere Talente, die uns mit gefühlvollem Singer-Songwritertum durch die ruhigeren Tage bringen. Und auch The Grand Opening verdienen es durchaus gehört zu werden. Das das Album nicht das ganz große Drama und die versprochene übermäßige Intensität in sich birgt, macht es vielleicht nicht zur Lieblingsplatte für die zurückgenommenen Momente, ein gutes Popalbum bleibt es trotzdem.


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