Asa, schon in jungen Jahren bei Talentwettbewerben entdeckt, hat es von Anfang an geschafft, sich Zeit zu nehmen, um ihre Ausdruckskraft zu perfektionieren. Erst als sie 2004 auf den in Afrika legendären, blinden Musiker und Produzenten Cobhams Asuquo trifft, nimmt eine internationale Karriere erste Züge an. Schon als Kind ist sie in Vaters Plattensammlung auf große Namen wie Aretha Franklin, Miriam Makeba und Fela Kuti gestoßen. Nun arbeitet sie selbst mit Leuten wie Manu Dibango und Tony Allen zusammen! Das Debut wird überall gut aufgenommen, verkauft sich aber beispielsweise in Frankreich mit 300.000 Einheiten rund zehnmal so oft wie hierzulande.
Nun also endlich der Nachfolger Beautiful Imperfection. Das tolle Cover basiert auf einer Photographie des Franzosen Jean-Baptiste Mondino. Der Titel lässt sich auf die afrikanische Heimat der Sängerin beziehen. Asa stellt jedoch lieber das Schöne als das Unperfekte in den Fokus und agiert auf diesem Album deutlich persönlicher und weniger politisch. Sie leugnet ihre Herkunft nicht, doch sind afrikanische Elemente so in die Musik integriert, dass man weniger auf die Idee kommt hier von World Music oder World Pop zu sprechen, als vielmehr von guter Popmusik, die über Kontintente hinweg funktionieren sollte. Asa verknüpft dezente Soul-, Jazz-, Folk- und Reggae-Anleihen verschiedener Epochen zu einem zeitgemäßen, universellen Popausdruck, der einfach Spaß macht. Vom swingenden Opener Why can´t we bis zum besinnlichen Questions vergehen knapp fünfzig hitverdächtige, abwechslungsreich instrumentierte Minuten wie im Fluge. Der Single-Auskopplung Be my man werden sie bald begegnen. Es ist nicht unbedingt das Highlight des Albums, das im Gegensatz zu manch anderer Popproduktion über durchgehend gute Songs verfügt. Beautiful (Im-)perfection.

