Wo man außer Haus wirklich düstere, mystische Musik hören kann, fragte ich mich da. Im local Gothic-Club hab ich´s mal versucht. Die Musik lag da aber eher zwischen synthielastigem Stumpfbeat, Mittelalter-Kitsch und Wave-Metal-Pop zum Schunkeln. Da helfen auch keine umgedrehten Kreuze und Plastik-Schädel. Und wo Metal drauf steht, ist an einem Freitag Abend sicher kein düsterer Black Metal aus dem Underground drin, sondern immer noch Doro oder
Ozzy. Wo wir wieder bei Fasching respektive Halloween wären...
Also bleiben wir schön zu Hause, verkleiden uns maximal als Couchpotato und hauen uns Süßes und Saures rein! Dann heißt es: Licht aus – Ural Umbo an! Der Schweizer Reto Mäder und der US-Amerikaner Steven Hess empfangen uns mit Nebelschwaden-Sound. Hier steckt vermutlich eine fundierte Metal-Sozialisation dahinter, die sich zu einer ganz eigenen Form von Post-Doom verwachsen hat. Düsterer Bass und Drums treffen auf Percussion, Glockenspiel und Kalimba. Abgeschmeckt wird das dunkle Gebräu mit Elektronik und verhexten Tape-Sounds. Die Fog Tapes entstanden durch die vielschichtige Nachbearbeitung von analogen Basic-Tracks. Zwischen psychedelischen Drones bauen sich langsam seltsame, subtile Melodien auf, die dich in den Schlaf verfolgen. Doomy, foggy, spooky. Haustür zusperren und nochmal unter dem Kopfhörer anhören. Und zwar auf schwarzem Vinyl!