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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:47

V/A: F**k Dance, let´s Art / Sounds from a new american underground

11.11.2010

Jugend tüftelt!

Eine interessante Chill-Wave-Zusammenstellung als Anlass zur Diskussion: Gibt es in Zeiten der digitalen Vernetzung noch so etwas wie Underground? Von TOM ASAM

 

Der Titel ist die Umdrehung des Namens einer Punk/New-Wave-Compilation, die vor einigen Jahren als F**k Art, let´s Dance erschien. Auf dem Kopf steht irgendwie auch der Begriff Underground, der hier benutzt wird. Seit der universellen Verfügbarkeit jeglicher Information bezüglich Musik hat sich vieles verändert. Klassische Unterscheidungen wie Indie/Major oder Mainstream/Underground haben endgültig an Aussagekraft verloren. Bands könen sich per Internet selbst vermarkten, was man im Sinne des alten Underground-Ethos des DIY (do it yourself) interpretieren könnte.

 

Die dadurch für einige wenige rasend schnelle Vermarktung und Kommerzialisierung hingegen entspricht hingegen gar nicht früheren Tugenden des Undergrounds. Subervise Tendenzen, und wie auch immer geartetes Anderssein scheinen überhaupt nicht mehr vorhanden zu sein, wenn doch, dann maximal als kalkulierter Gestus im Sinne eines unique selling points. Längst setzt sich der Mainstream aus einer Vielzahl nebeneinander existierenden Nischen zusammen. Trotzdem oder gerade deswegen gibt es natürlich ständig den neuesten Scheiß, den der Nachbar nicht kennt. Bis morgen!

 

Besonders absurd ist die Tatsache, dass sich einige Bands, die den hier thematisierten Underground des sogenannten Chillwave mitprägten, sich über das anachronistische Tägermedium Kassette vom Mainstream abzusetzen versuchten. Was flux als der nerdige Gag der Woche kolportiert und natürlich schnell per Internet Verbreitung fand. Während früher eine Band, die sich innerhalb einer alternativen Tape-Trading-Szene bewegte, nach Jahren vielleicht mal einen Vertrag bei einem kleinen Plattenlabel unterschrieb, um ihren Bekanntheitsgrad etwas zu erhalten, ist das Tape hier ein Retro-Gag mit dem man sich interessant macht und genau deshalb schnellstens über die Bloggerszene in aller Munde ist.

 

Eine Weitere Verbindung zum - ehemaligen - Underground ist der bewusst verwaschene, dünne Sound. Wo man füher aus finanziellen Gründen auf einen amtlichen Sound verzichten musste, ist auch dieses Merkmal heute nur ein bewusst gewollter Baustein. Trotz allem sind solche Spielereien interessant und auch die Musik alles andere als belanglos. Bei den Machern handelt es sich überwiegend um Laptop-Tüftler, die aus ihren Studentenbuden (die in diesem Falle überwiegend im Osten der Staaten liegen) im Netz zu einem vermarktbaren gemeinsamen Phänomen gebündelt werden. Die vertretenen Animal Collective sind nicht nur in den USA in die Charts eingetreten, sondern mit ihrem letzten Album weltweit als Vertreter einer neuen Popgeneration abgefeiert worden. Genre-Vorbilder wie Washed Out, Tory y Moi oder Chrystal Castles sind hierzulande wohl noch nicht sooo bekannt, andere auf dieser Zusammenstellung vertretene Namen wohl nur wirklichen Blog-Junkies geläufig.

 

Wer hören will, wie sich eine möglliche Weiterentwicklung des romantischen 4AD-Sounds im Zeitalter der verträumten Sotftware-Musiker anhört, sollte hier unbedingt zuschlagen. Ob man nun mit den Folgen des Untergangs des Industriezeitalters kämpfte oder damit, sich in Zeiten der digitalen Unübersichtlichkeit Verhör zu verschaffen, die Jugend wird immer relevante Ausdrucksweisen finden. Ist das Kunst, ist das Underground, ist das Tanzmusik? Ja, ja. ja. / Nein, nein, nein. / Nein ja, Nein / Ja, ja, nein ...


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F**k Dance, Let's Art


 

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