Den Anfang macht die Lonesome Southern Comfort Company mit ihrem neuen Werk Charles The Bold. Bandkopf John (Gitarre und Stimme) war es vor gut zwei Jahren leid, immer nur im Bandkontext zu arbeiten und dabei jeden Akkordwechsel und jede Bridge mit den Kollegen zu diskutieren. So einer Bandmüdigkeit folgt meistens ein Soloalbum. Aus der schließlich mehr wurde und nun hat John nicht nur eine weitere Platte, sondern auch wieder eine ganze Crew am Hacken.
Der Bandname für sich ist schon zum Niederknien. Die Mucke - so wie es die Begriffe Lonesome / Southern / Company vermuten lassen – sehr folky und country. Diesen Sound würde ich spontan ins neblige Schottland und nicht ins sonnige Italien einordnen. Zwei Gitarren, eine Geige und ein rudimentäres Schlagzeug, sehr direkt und roh eingespielt. Nach zurückhaltendem Beginn, kippt der Song Tom, Dad & Mom in ein psychedelisches Ende. Die netten Herren können nämlich auch anders. Es geht abgedrehter, verspulter und krachiger weiter. Im Kuhdung gedeiht eben auch der Pilz, der nicht schmeckt sondern wirkt. Der Schwerpunkt liegt letztlich doch in der Melancholie und den getragenen Melodien, die John mit seiner dunkeln und wohligen Stimme intoniert. Ganz unprätentiös und deshalb ganz groß!