The Cusp ist das dritte Album des Komponisten und Pianisten Mitchell unter dem Panacea-Banner. Mitchell ist Teil des Movements M-Base, das sich von Kritkern oft falsch verstanden sieht und auf einer eigenen Hopmepage klarstellt: „M-Base is a way of thinking about creating music, it is not the music itself.“ Natürlich soll es nicht beim Denken bleiben, denn erst der Ausdruck im Sound führt schließlich zur Heilung, deren Göttin Panacea war.
Das Ensemble besteht bei diesen Aufnahmen aus acht Musikern, die ihre moderne Spielart des Jazz musikalisch wie textlich sehr ernst und erwachsen gestalten. Soziale, ethnische und ökologische Probleme werden ebenso thematisiert wie der kleine Alltagskrieg im Privaten. Die soulig unterfütterte Stimme von Deborah Jordan ist zwar ausdrucksstark, springt aber etwas bemüht zwischen den Lücken hin und her, welche die Instrumentierung zulässt – was auf Dauer etwas anstrengend wird. Piano-Harmonien im Stile eines Bill Evans treffen auf an Art-Musik geschulte Streicher und abwechslungsreiche Drum-/Percussion-Sounds. Das Klangbild ist etwas arg clean und poppig, was im Kontrast zu den avantgardistischen Bemühungen steht. Da braucht man einige Durchläufe um einen Standpunkt zu entwickeln.