Jonathan Morali ist jemand der nicht nur gerne liest, sondern Stimmungen und Ausdrucksweisen fiktiver Geschichten in seine Songs übertragen kann. Und jemand der offen genug ist, Empfehlungen sympathischer Weggefährten nachzugehen. Stark beeinflusst hat ihn da s Buch Die See von John Banville, eine Empfehlung des Musikers Dominique A. Das Meer zieht sich thematisch
wie ein roter Faden durch das Album, besonders River Sister und We are invisible sind durch das Buch beeinflusst. Halalcsillag ist der Name eines Geisterschiffes in einer Geschichte von Garcia Marquez – der gleichnamige Song entstand innerhalb kürzester Zeit nach Zuschlagen des Buches. Wolfmother und Hi Life hingegen sind von der einzigartigen Stimmung in Faulkners Licht im August geprägt.
Morali und seine Mitstreiter schaffen es, wunderschöne Melodien unaufdringlich in einschmeichelnde, unkitschige Songs zu verpacken, die einem irgendwie bekannt vorkommen. Deja Vu-Erfahrungen und wiederkehrende Träume der angenehmen Art. Der Geist Syd Barrets taucht im Sinne einfacher Melodien und eigenartiger Stimmungen auf und vereint sich mit Einflüssen zeitgenössischen Singer/ Songwriter und Neofolkies. Uneingeschränkt empfehlenswert!

