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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:48

Hot Panda: How Come I´m Dead

19.11.2010

Schwarzweißbärig stark

Der große Panda, auch Riesenpanda oder Bambusbär genannt, gilt in menschlicher Obhut als wenig kohabitationsfreudig. Eher träge und geringfügig Trieb gesteuert. Da ist das, was das gemischte Doppeldoppel aus Edmonton / Canada auf ihrem zweiten Output vorlegen schon wesentlich heißer und schärfer. Fast schon karnickelfickrig. Von DAVID EISERT

 

Definitiv eine Platte für Menschen, die das klangliche Kuddelmuddel lieben, denen die ganz klare Linie im Sound einer Band höchst suspekt ist. Die mehr den quirligen Affenstall, denn das beschauliche Bärengehege bevorzugen. Ein gelungenes Durcheinander aus Folk-Rock-Experimental-Stoner-Pop oder eher Britpop-Mathcore-Jazz-Blues-Glam-Rock, vielleicht auch Prog-College-Easylistening-Punk-Western, manchmal ein wenig Retro-Hippie-Rave-Singer/Songwriter-Kaffeehausswing-Rock. Einfach nicht zu beschreiben, dieser blubbernde Eintopf aus tausendfachen Klangspielereien. Unorganisch oder gar unpassend sind die 11 Songs - plus zwei als Intro und Outro verschleierten Songs, mit denen andere Art Rock Combos schon ganze Karrieren bestritten haben - dabei überhaupt nicht. Ein fetter Groove geht in die Hüften. Die spielfreudige Gitarre kann von dissonant-schräg bis süßlich-gefällig alles. Und mit vier gleichberechtigten aber völlig unterschiedlichen Stimmen kommt bestimmt keine Langeweile auf.

 

Ich würde die Band sofort zu einer Gartenparty mit den 31 Knots einladen und literweise süße Bowle mit doppelt Wodka servieren, denn „the poor little ambulance died / we’re not safe tonight“. Humorvoll und ironisch sind die Texten, wer solche Musik macht, kann nicht ganz auf den Kopf gefallen sein. In allem stecken der unbedingte Wille zu tanzen und die ein klein wenig verrückt zu werden. Bestimmt der Burner im Club, denn „when Hot Panda takes the stage they gonna fuck shit up“. Einzig dass Coverartwork ist mal bärig scheiße geworden. Aber in jedem guten Stall gibt’s auch Mist und daher gilt: Mehr davon – lasst die Bären los – nie wieder dröge Songs!


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