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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:49

V/A: Liebling Luitpold

25.11.2010

Swing, Samba und Kaffeehausblues

Musik für die blaue Stunde bei Kaffee und Likörchen. Genau das richtige für uns Hobby-Literaten und Aushilfs-Bohemiens – meint TOM ASAM.

 

Dezente musikalische Unterhaltung gehörte in Wien, der Wiege der europäischen Kaffehauskultur, früh zum Standard der Koffeinpaläste. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde es modern, in den Kaffeehäusern auch zu tanzen. Das 1888 gegründete Café Luitpold in München zählte in Deutschland zu den prächtigsten seiner Gattung. Sehen und gesehen werden war in der Metropole  nicht nur für Literaten und (Lebens-) Künstler wichtig geworden. Im prächtigen Luitpold-Palast – auch „Märchenpalast“ oder „Feenschloß“ genannt – befand sich einst ein Palmengarten sowie der größte Billardsaal Deutschlands.

 

Tanzen bis die Flieger kommen

Doch auch das Unterhaltungsprogramm konnte sich sehen lassen! Bis eine Bombe im Jahr 1944 dem (die Jahre zuvor vermutlich nicht mehr ganz so) munteren Treiben ein jähes Ende bereitete. Das 1962 in bescheidenerem Rahmen wiedereröffnete Café konnte und kann sich nicht mehr mit der  Pracht vergangener Tage messen, wurde aber vom Münchner Chronisten Sigi Sommer immer noch als „Café Wichtig“ bezeichnet. Seit Jahren sind nun wieder Künstler und Literaten in der sogenannten Luitpold-Lounge zu Gast. Und in den letzten Wochen wurde nun gar die alte Tradition des Tanzcafé -Betriebs wieder aufgenommen! Zu diesem Anlass erscheint auf dem Münchner Trikont-Label nun diese schöne Zusammenstellung kaffehauskompatibler Musik aus verschiedenen Jahrzehnten.

 

Neben einigen ganz großen Namen wie Billie Holliday und Nina Simone finden sich auch etwas in Vergessenheit geratene Perlen oder aktuelle Trikont-Gewächse wie G-Rag y los Hermanos Patchekos oder die sympathisch-skurrilen japanischen Wahlmünchner Coconami. Die Palette der Stilarten ist sogar noch größer als der Untertitel Swing, Rumba und Kaffeehausblues vermuten lässt. Joao Gilberto´s Chega de Saudade aus dem Jahre 1959 ist quasi ein Ur-Bossa-Nova. Orientation ist bekannt für Filmmusik (sie illustrierte z.B. Fatih Akin´s Gegen die Wand akustisch). Eine tolle Entdeckung ist die Libanesin Soumaya Baakbaki mit Ashanak Ya Amar. Sie verbindet hier arabischen Gesang mit Tango als wäre es die normalste Sache der Welt. Insgesamt bietet Liebling Luitpold viel Abwechslung für die Kaffeehaus-Atmosphäre im heimischen Wohnzimmer. Dass einige Stücke bereits auf anderen Trikont-Compilations vertreten sind, dürfte allenfalls ein paar Sturköpfe stören. Luitpold: Liebling der Woche!


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Unser Lieblingssufi live!!

06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

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