Kollegin Mirjam hat letzte Woche den Satz „Never judge a book by it´s cover“ auf Tonträger-Verpackungen übertragen. Ein Thema, dass mich eigentlich auch ständig begleitet. Bei vielen Veröffentlichungen frage ich mich, ob die Musiker einfach keine Möglichkeit der Mitsprache bei der Covergestaltung hatten, diese einfach nicht nutzten – oder wirklich hinter der einen oder anderen gestalterischen Katastrophe stehen. So manch schlimme Cover-Version mag ja auch nötigen Kompromissen aufgrund unterschiedlichster Geschmäcker oder Geldmangel geschuldet sein. Über den musikalischen Inhalt sagen sie so oder so freilich oft nicht all zu viel aus. Einige aktuelle Beispiele:
Bei akward i ist man sich erstmal nicht sicher, was der Bandname ist. Das Auge bleibt zunächst am Wort Ecxelsior hängen, an dem aber noch ein Recordings dranklebt. Sieht aus wie das Logo eines Discounter-Dosenbieres. Der Bandname selbst ist ,wie der Titel i really should whisper, in unterschiedlichen Farben im Grundschul-Filzer-Gekrakel gehalten. Dazu ein stilisierter, wütender Torso mit dem Rest des Farbgeklecksels im Maul. Überraschung: Dahinter steckt der Niederländer Djurre de Haan mit zeitlos-schönem, alternativ angehauchtem Folk vom Feinsten. Tolle Songs mit genau der richtigen Kelle Pop, reduzierte Instrumentierung, angemessen produziert. Muss sich nicht hinter international gehandelten Namen verstecken – und wird vom Uncut-Magazin nicht unpassend als „slightly meatier Bon Iver“ gefeiert. Liebes Excelsior-Team: Da habt ihr einen Rohdiamanten, dessen Name den des Labels doch überstrahlen sollte!