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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:50

Grant Hart: Oeuvrevue

02.12.2010

Minneapolis revisited

Grant Hart of Hüsker Dü-Fame mit einer Raritätensammlung aus der Post-Dü-Phase. Von TOM ASAM

 

Grant Hart war neben Bob Mould das zweite Standbein der legendären Band Hüsker Dü aus Minneapolis. 1978 gegründet, traten diese zunächst als Teil der Hardcore-Bewegung in Erscheinung, jedoch ohne sich von Erwartungshaltungen limitieren zu lassen. Der Anteil melodiöser Elemente in ihrem eigenständigen Sound nahm zu, sie wurden – für damalige Verhältnisse ungewöhnlich – von einem Major Label gesignt, doch der große kommerzielle Erfolg blieb aus. Allerdings waren sie extrem einflussreich für die später aufkommende Alternative- Schublade bzw. deren Protagonisten. Ähnlich wie die ebenfalls aus Minneapolis stammenden The Replacements haben Hüsker Dü wahrscheinlich genauso so viele Leute dazu angetrieben eine eigene Band zu gründen, wie sie Schallplatten verkauft haben. 1987 war dann Schluss, die Protagonisten kamen nicht miteinander aus und kämpften zudem mit verschiedenen Drogen.

 

Sowohl Hart als auch Mould veröffentlichten in der Folge Soloalben und gründeten neue Formationen (Novamob/ Sugar). Doch das Timing war einfach schlecht, die Millionenverkäufe gingen nun an Nirvana und Co.

 

Im neuen Jahrtausend wurde es ruhig um Hart, bis er letztes Jahr sein viertes Soloalbum Hot Wax veröffentlichte. Ouvrevue versammelt nun rare Aufnahmen aus den Jahren 1988 bis 1995 sowie einige neuere Stücke. Außer Masters of war (Dylan) und I just wan´t to make love to you (Willie Dixon)stammen alle Stücke aus de Feder des Meisters selbst. Leider fehlen detaillierte Angaben zu den einzelnen Titeln! Das Album wirkt wie der Brief eines alten Freundes, von dem man lange nichts gehört hat. Man freut sich, aber die Geschichten kommen einem schon irgendwie bekannt vor, das alte Feuer mag nicht recht auflodern. Ob sich die Anschaffung für Die-Hard-Fans lohnt kann ich nicht beurteilen, da ich nicht weiß wie rar die Stücke im einzelnen wirklich sind; auf den regulären Alben sind sie nicht zu finden. Für jüngere Freunde alternativer Gitarrenklänge sind erst einmal Hausaufgaben zu erledigen: Einen Überblick über das Werk von Hüsker Dü verschaffen! Was die Platten nach dem Ende der Band anbelangt, ist für meinen Geschmack vor allem das Werk von Moulds´ Band Sugar unverzichtbar. Alles weitere ist Fleißarbeit!


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