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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:52

V/A: Bangs & Works Vol.1 (A Chicago Footwork Compilation)

09.12.2010

Hypnotisch pumpend

Ein bisher fast ausschließlich lokal ausgeprägter Musik- und Tanzstil auf dem Weg vom Michigan-See an die Themse. Von TOM ASAM

 

Footwork ist eine hyper-rhythmische, abstrakte Tanzmusik, die bisher über die Grenzen Chicagos hinaus keine allzu große Verbreitung gefunden hat. Man kann Footwork als Genresplitter des Chicago-House, genauer als neue Evolutionsform des Ghetto House oder Juke sehen, der seit Mitte der 90er in der Metropole am Michigan-See hip ist. Juke ist gemacht für´s „jukin´“ oder „footwurking“, einem Tanz der dem Jit nicht unähnlich ist und auf afrikanische Wurzeln zurückgeht. Wie auch das in den 70er Jahren in New York entstandene Breakdancing nutzen überwiegend junge Männer die Ausdruckskraft der Bewegung als friedliche Form des Battles. Die musikalischen Grenzen zwischen Juke und Footwork sind verschwommen. Viele Footwork-Tracks nutzen allerdings Pop- oder Hip Hop-Samples, die durch pitchen und triggern verfremdet werden und als rhythmisches Element genutzt werden.

 

Die fürs combat-dancing in leerstehenden Fabrikhallen genutzte Musik scheint in ihrer rohen und aggressiven Art für größere kommerzielle Verbreitung nicht unbedingt prädestiniert zu sein. Die oft hypnotisch-repetetiven Rhythmen, gepaart mit off-beat-drum-machine-sounds und pumpenden sub-bass Sounds wirken zunächst doch etwas verstörend. Doch im März hatte der UK Dubstep DJ Headhunter unter dem Namen Addison Groove mit Foodcrab bereits eine etwas gesäuberte Footwork-Hymne unter das Volk gebracht. Ebenfalls von der Insel stammt das Label Planet Mu, das viel Überzeugungsarbeit leistete, um DJ Nate ins Boot zu holen. Der ist nun ebenso auf der Bangs & Works betitelten Footwork-Compilation von Planet Mu vertreten, wie Pionier RP Boo und viele andere. Die Namen werden nur sehr wenigen Leuten etwas sagen, die Musik entwickelt allerdings nach einer ersten Schockstarre eine ganz eigene Faszination.


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