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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:52

V/A: Kris Needs presents: Dirty Water The Birth Of Punk Attitude

09.12.2010

Nix für Dogmatiker!

Punk-Compilations gibt es bereits zahlreiche. Hier kommt eine weitere hinzu. Solltest du von diesem Schmutzwasser trinken? Von TOM ASAM

 

Hey, ho. Let´s go: Punk-Compilations gibt’s deutlich mehr als one, two, three! Sehr oft lieblos zusammengestellt und aufgemacht, gerne mit drittklassigen Live-Aufnahmen mehr oder weniger bekannter Iro-Urgesteine vermengt. Bevor man seinen CD-Player mit Dirty Waters flutet, sollte man wissen, dass diese Zusammenstellung von einem Insider und Kenner der Szene zusammengestellt wurde. Kris Needs hat sich unter anderem als Herausgeber des Zig-Zag-Fanzines verdient gemacht. Zu jedem der hier vertretenen Songs hat er eine mehr oder weniger direkte Beziehung: gemeinsame Arbeit, gute Erinnerungen, vergossenes Herzblut. Hier versammeln sich nicht einfach nur Vertreter der Generation 77. Needs verrät im Untertitel der Veröffentlichung, dass es hier eher um eine Haltung als um eine exakte Musikrichtung geht.

 

Was für diverse Zusammenstellungen, die sich weniger an London, sondern an New York, sprich vor allem an der bunten Mischung der CBGB-Bands orientieren, auch gilt. Hier allerdings findet sich eine noch heterogenere Mischung. Von Gene Vincent, dem „original black leather man“ über MC 5 bis zu deren, weniger bekannten geistesverwandten aus den UK, The Deviants, ist das alles noch nachvollziehbar – legt man den Aufhänger Punk Attitude großzügig aus. Ebenso wie die Aufnahmen der Ramones-Vorbilder The Dictators, der Stooges oder der vor einigen Jahren wiederentdeckten, Mitte der 60 er in Deutschland großartig gescheiterten GI-Truppe The Monks. Unverzichtbar natürlich auch die N.Y. Dolls sowie die NewYorker Electro-Punks Suicide. Die Pioniere Silver Apples sind wohl wiederum vertreten, da man sie als Vorbilder von Suicide einschätzt, da wird das Thema langsam sehr großzügig ausgelegt. Das gleiche gilt für die Aufnahme von Sun Ra, die man wohl mit dessen ultra-DIY-Einstellung begründen könnte.

 

Spätestens Namen wie Dr. Feelgood, Peter Hammill oder Mott the Hoople dürften dann allerdings die wenigsten hier erwarten. Die ein oder andere thematische Querverbindung dürfte Needs im 76-Seitigen Booklet – das mir leider nicht vorliegt – erläutern. Diese sehr kurzweilige Zusammenstellung über zwei CD-Längen ist definitiv nichts für Dogmatiker, wer Spaß an neuen Verknüpfungen und Gedankenspielen zur musikalischen Gegenkultur der 60er und 70er hat, dürfte jedoch fündig werden. Zum Beispiel beim übersehenen schwarzen Punk-Trio Death und deren politicians in my eyes. Da denkt man doch gleich wieder an Schmutz. Dirty Waters!


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