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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:52

Teebs: Ardour

09.12.2010

Urlaub auf der Soundinsel

New York und Portland sind wohl die musikalischen Topspots der letzten Jahre in den Staaten. Aber auch der Großraum L.A. wartet immer öfter mit interessanten Newcomern auf – besonders was die abstrakte Elektronik betrifft. Von TOM ASAM

 

Aktuell kommt man in Kalifornien nicht an Flying Lotus vorbei, wenn man sich für die etwas abstrakteren elektronischen Spielereien interessiert. Dieser hat mit Brainfeeder mittlerweile auch ein eigenes Label. Mtendere Mandowa, eigentlich ein Ostküsten-Kid mit Wurzeln in Malawi und Barbados, hat wohl das Wetter und die Skate-Leidenschaft unter die kalifornische Sonne gelockt. Ein Skate-Unfall hat ihn erst dazu gebracht sich, seine künstlerischen Fähigkeiten zu fokussieren. Neben der Malerei hat es Mtendere (sprich: „ten-de-ra“) das Produzieren elektronischer Musik angetan.

 

Dass Flying Lotus, der in der gleichen Appartment-Anlage wie unser Mann wohnt, diesen auf sein Brainfeeder-Label geholt hat, ist natürlich eine Steilvorlage für den erst 23-Jährigen gewesen. Da kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen, möchte man meinen. Doch der Tod seines Vaters unterbrach die Arbeit an Ardour erst einmal für längere Zeit. Niedergeschlagenheit oder düstere Stimmung hat Teebs, so Mtendere´s Künstlername, nicht in sein Werk transportiert. Maximal eine gewisse melancholische Stimmung. Insgesamt ist es warme, vielschichtige Soundteppich-Ware, die  er ausgelegt hat für uns. Bis auf eine Ausnahme kommen die Tracks ohne Vocals aus, klassische Songstrukturen spielen keine allzu große Rolle. Das Album klingt im ersten Durchgang fast etwas unspektakulär, wächst aber dann schnell und setzt sich mit subtiler Melodiekraft und entfernten Hip-Hop-Echos in den Gehörgängen fest. Flying Lotus beschreibt die hypnotische Wirkung der Musik des jungen Talents folgender Maßen: »... sounds like an island vacation ... the way avatar looks.« Ein Urlaubs-Trip den man sich gönnen sollte.


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