Nubes de Papel ist persönlicher und auch bedächtiger ausgefallen als sein Vorgänger. Die musikalische Nähe zu Calexico ist durchaus hörbar, die spanischen Texte passen dabei wunderbar in die Landschaft. Depedro hat sich inspirieren lassen vom Unterwegs sein. Spanische und lateinamerikanische Einflüsse treffen auf Alt-Country und Indie-Rock. Die Begegnungen mit Musikern auf diversen World-Musik-Festivals hat sicher genauso seine Spuren hinterlassen, wie die Huldigung alter Ikonen wie Velvet Underground, deren what goes on hier in einer interessanten in englischer Sprache belassenen - Coverversion zu finden ist.
Ebenfalls auf Englisch kommt das von Joey Burns mitgeschriebene Empty Fields daher. Wie sehr es sich insgesamt bezahlt gemacht hat, dass Jairo nach eigenen Angaben unglaublich viel Zeit in die Lyrics investiert hat, kann ich aufgrund meines diverse Schimpfwöter und Speisekartenklassiker kaum überragenden Spanisch-Wortschatzes nicht beantworten. Dafür bin ich mir dies bezüglich sicher: Die relaxte, improvisatorische Herangehensweise, von der der Künstler angesichts der Veröffentlichung spricht, welche auch Träume als Inspirationsquellen mit einschließt, macht sich bemerkbar. Das Ergebnis dürfte niemanden enttäuschen, der der eher poppigeren Seite Calexico´s etwas abgewinnen kann. Tolle Platte.

