Genau das, was versprochen wird
Keine Stilveränderungen. Keine Weiterentwicklungen. Kein hochgegriffener Quatsch. Kein Schnick-Schnack. Denn Frontmann Claus Lüer berichtet auf dieser Platte wieder mal von Alltagsgeschehnissen, der Konfrontation mit dem Ungreifbaren (beispielsweise in „Günther Netzer“ oder dem „Buenos Dias Messias“) oder gar dem Ende der Welt. Und wenn man so weit denken will, sind Chefdenker wohl der Beweis dafür, dass sich Bands keinesfalls in Konzepten oder in Themenfeldern abspielen müssen. Als wollten sie sagen: »Schaut mal her, es gibt so viel mehr als Liebe und Politik über das man singen kann!«
Das Album hört sich durch, wie sich ein Chefdenkeralbum durch hören lässt: Am Anfang ist man froh, dass es endlich los geht und wird auch ordentlich fürs Auflegen der Platte belohnt. So lautet doch der erste Satz im Opener Taxi Fahren: »Alle Fahrgäste sind asozial, in der Straßenbahn nach Lindenthal« und man denkt: »Ach ja, Chefdenker.«
Im Anschluss läuft ein munteres Programm durch den CD-Player. Von Berichten aus der Krise, Geschichten von Hitlers Autobahnen, über die Antwort auf die Frage nach Atlantis bis zu einem Zwiegespräch mit einem Festivalbesucher, bietet die Platte pure Vielfalt. Zudem finden sich als hochkarätige Gastmusiker Anja Surf am Tenorsaxophon, Guido Molzberjer (den man schon von älteren Chefdenker CDs kennt), Dr. Djembe und Axel Kurth (Sänger von WIZO) wieder. Als zusätzlichen Bonus finden sich im Booklet der Platte kleingedruckte Codes wieder. Filmt man diese mit seinem Handy, so gibt es zu jedem Song ein eigenes Video. Respekt. Römisch Vier ist sein Geld wert!

