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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:53

Console: Herself

16.12.2010

Raus aus der Nerd-Höhle!

Da haben wir die Bescherung. Endlich! Das Christkind kommt ja jedes Jahr, der gelockte bayrische Elektroengel Martin Gretschmann hat uns hingegen vier Jahre warten lassen auf das neue Album von Console. Von TOM ASAM

 

Eines kann man gleich verraten: das Warten hat sich gelohnt! Nach dem vibrierenden Eröffnungs-Instrumental she saw und dem hitverdächtigen, sehr songorientierten a homeless ghost, beginnt man sich entspannt zurück zu lehnen. Denn man hat keine Zweifel daran, dass herself über Albumlänge bestehen kann und einen neuen weiteren Höhepunkt in Gretschmanns Karriere markieren wird.

 

Dieser ist ja nicht nur Zentrum des Console-Universums, sondern auch seit 1997 fester Bestandteil von The Notwist. Zudem macht er die Clubs als Acid Pauli unsicher und machte sich einen Namen mit Kooperationen und Remix-Arbeiten. Bereits seine Singles 14 Zero Zero und Freiburg V.3.0. haben ihn vor längerer Zeit schon einem breiteren Publikum jenseits der Nerd-Grenze bekannt gemacht. Als solcher wurde Gretschmann früher wohl selbst oft angesehen, doch beweist er durch seine Vielfältigkeit, Teamfähigkeit - und Humor - das Gegenteil. Wie passend ist da die Textzeile: „the code is clear, the child is save, we leave the nerds inside their caves.“

 

Herself verzichtet auf die Synthese von live eingespielten Instrumenten und Elektronik, sondern stellt letztere in den Mittelpunkt. Trotzdem handelt es sich hierbei um ein über 11 Stücke funktionierendes Popalbum, und nicht um eine  bloße Aneinanderreihung von Tracks. Ambienthafte Flächen und der wunderschöne Gesang von Miriam Osterrieder sorgen wiederholt für gepflegte Melancholie. Die Synthese aus verschiedensten Sounds und Samples bringt die nötige Abwechslung ins Haus, ohne die Platte zu überladen. Leider ist herself nichts für die Weihnachts-Wunschliste. Muss man sofort haben!


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