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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:54

 

Das TITEL-Weihnachtsspecial - mit Verlosung!

19.12.2010

Jedem sein Weihnachtsliedchen

Wo kommt es denn eigentlich her, das Weihnachtslied? Wo geht es hin? Und was hören Sie unter dem Baum? Fragt sich TOM ASAM

 

Von der Hymne zum Song

Die ersten Weihnachtslieder dienten der Gestaltung der heiligen Messe und waren in lateinischer Sprache gehaltene Hymnen. Im Mittelalter kam es zu Vermischungen mit deutschen Liedern (Leisen und Wiegenlieder). Auch volkstümliche Weisen hatten einen Einfluss auf die Gattung des Weihnachtsliedes, welches sich im 17. und 18. Jahrhundert auch in heimischen Stuben auszubreiten begannen. Vermutlich der Klassiker in deutscher Sprache, Stille Nacht, heilige Nacht ist aus dem 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit entstanden auch erstmals Weihnachtslieder, die nicht explizit von Jesu Geburt handeln, wie etwa O Tannenbaum.


Im englischen Sprachraum gibt es den Begriff christmas carol, der jenen Liedern vorbehalten ist, die sich musikalisch eher an der traditionellen Form orientieren. Textlich ist es dabei allerdings nicht entscheidend, ob ein direkter Bezug zum Fest besteht. Die Popwelt hat sich des Themas im letzten halben Jahrhundert in jeder nur erdenklichen Form angenommen. Es gibt Weihnachtsplatten von Elvis, von den größten Folk-, Country- oder Soulstars, von Metalcombos und Punkbands. Ob ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema oder ironische bis pubertäre Varianten – es gibt wirklich alles. Spätestens mit dem Einzug des MTV-Zeitalters wurde der englischsprachige Weihnachtspop global eine feste Größe.

 

Rage & Cage against the machine

Vor allem in England ist Weihnachten die Chartspitze seit Jahren für einen Weihnachts-Popsong geblockt. Die größten Chancen hat aufgrund enormer Zuschauer-Reichweiten der Gewinner der Casting-Show »The X Factor«. Letztes Jahr konnte eine Facebook-Aktion dies jedoch verhindern! So wurde der Titel killing in the name von Rage against the machine (ursprünglich aus dem Jahr 1992) zur Nummer eins der britischen Charts und ging als Titel mit der höchsten Downloadzahlen innerhalb einer Woche in die Geschichte ein!

 

Dieses Jahr soll das Ganze allerdings noch getoppt werden! Mit der Kampagne Cage against the machine (sic!) soll das berüchtigte Stück 4´33´´ von John Cage die Mainstreamsoße erneut stoppen. Das besondere an dem Stück, das Cage im Jahre 1962 für Orchester geschrieben hat: Es enthält KEINE Note. Was für eine Aussicht: jedes mal viereinhalb Minuten Ruhe, wenn der Tophit der Woche im Radio gespielt wird. Wenn das mal nicht besinnlich ist! Am 6. Dezember wurde das Stück neu „eingespielt“ und ist jetzt als Download erhältlich. Die Erlöse der Kampagne Cage against the machine kommen mehreren wohltätigen Zwecken zu. Make it happen!

 

Und hier unser kleines Weihnachtsgewinnspiel! Gewinnen Sie eine von vier Pink Martini-CDs Joy To The World. Beantworten Sie einfach folgende Frage: Woher kommt die Band?

(4)Volksrepublik China
(14)Vereinigte Staaten von Amerika

Für all jene, denen ein paar Minuten Ruhe dann doch zu wenig sind, und die über den Genuss des klassischen Weihnachts-Liedguts in der Kirche oder unter dem Baum hinaus noch Lust auf mehr haben, ein paar Tipps:

 

Gerne als bestes Weihnachtsalbum in Pop/Rock-Bereich betitelt wird Phil Spectors A christmas gift for you. Der für seinen „Wall of Sound“ bekannte Produzent vereint auf diesem  Album aus dem Jahr 1963 The Ronnettes, The Crystals u.v.m. zu einem Weihnachtsfest der guten Laune. Die dürfte dem 70-jährigen Spector selbst allerdings vergangen sein. Er sitzt seit 2009 wegen Mordes im Staatsgefängnis von Corcoran, California ein – wie auch Charles Manson!

 

Empfehlenswert auch Verve Remixed Christmas, das neubearbeitete Stücke von diversen Superstars des Labels vereint. Nina Simone, Ella Fitzgerald oder Billie Holiday sorgen für gepflegte Festtagsstimmung.

Doch auch die jüngere Popgeneration widmet sich dem Weihnachtslied. A christmas album von Bright Eyes ist meines Wissens leider nur als Import erhältlich. Da hilft uns ein weiteres Indie-Wunderkind aus: Sufjan Stevens überzeugt auch mit seinem CD-Box-Set Songs for christmas. Die Pop-Schöngeister von St. Etienne sind aktuell für ihre Fans ins Studio gegangen: Ihre auf 3000 Stück limitierte Weihnachtsplatte a glimpse of stocking war leider ruckzuck vergriffen, da ist nun etwas Phantasie gefragt. Auch schön allerdings Joy to the world des „little orchestra from Portland, Oregon“: Pink Martini. Neben Klassikern (darunter „Stille Nacht …“ auf Deutsch) sind auch exotische Weihnachts-Joys wie das ukrainische Shchedryk oder die abschließende Weihnachtssamba old lang syne nicht zu verachten.

 

Für die Freunde des bewegten Bildes sind im Anhang noch einige mehr oder weniger skurrile Weihnachts-Schmankerl zu finden, die den ein oder anderen vielleicht zum weiteren Stöbern in den Untiefen des Netzes anregen!


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