Der Titel Palace of Marvels wiederum verweist auf den französischen Intellektuellen Jaques Attali, der in seinem Werk Bruits: essai sur l'économie politique de la musique aus dem Jahr 1977 einen eher unbekannten Text von Leibniz zitiert. Der Palace of Marvels hat also nichts mit dem gleichnamigen Comic-Verlag zu tun, sondern beherbergt in Leibniz´ Vorstellung alle verfügbaren Techniken und Wissenschaften. Der Bewohner kann alles hören und wahrnehmen, was außen passiert, umgekehrt ist das nicht möglich. Inwiefern dies wiederum in Schmicklers Werk auf die Auseinandersetzung mit Themen wie Überwachung, Zensur im Bereich Musik, Kontrollierbarkeit von Aufnahmetechniken oder die zunehmende Zwangsbeschallung im öffentlichen Raum stößt, ist mir nicht bekannt. Die Musik fordert allerdings zu einer Auseinandersetzung mit bisherigen Hörgewohnheiten auf. Und wenn man sich auch noch Zeit nimmt, herauszufinden, was hinter den einzelnen Titeln (etwa Risset brain hammer) stecken könnte, hat man hier eine CD, bzw. Doppel-LP, die einen länger beschäftigen wird.
