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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:54

Majeure & Sankt Otten: Split

06.01.2011

Den Humor nicht verloren

Atmosphärisch dichte Ambient-Kollaboration zwischen Pittsburg und Osnabrück. Von TOM ASAM

 

Höchst erfreut war ich, den Namen Sankt Otten zu lesen. Die Formation war mir irgendwie entwischt, doch erinnerte ich mich sofort wieder an ihren Song Eukalyptus. Dieser befand sich vor 10 Jahren auf der Compilation Elektronik jein des Labels eleganz und war zentraler Bestandteil eines Mixtapes, dass ich mit meinem Freund Markus zusammenfrickelte. Es sollte möglichst düster, geheimnisvoll und irgendwie krank klingen. Die Osnabrücker kamen da mit ihren geheimnisvollen, den TripHop und Ambient streifenden, auf analogen Instrumenten fußenden, Klängen gerade recht: Gib mir Frieden für mein Gehirn / Leg mir Eukalyptus auf die Stirn ...

 

Auch im Jahre 2010 scheinen die Herren Stephan Otten und Oliver Klemm ihren Humor nicht verloren zu haben. Songtitel wie Es ist nicht alles Gott was glänzt und ich beantrage die Unsterblichkeit sprechen für sich. Dafür spricht/singt keiner mehr. Der Sound ist wohl am ehesten als ambienthafter Postrock zu bezeichnen, der die Atmosphäre in den Mittelpunkt stellt und aktuellen Trends gegenüber eher schulterzuckend dasteht. Die vier Instrumentalstücke strahlen dunkel und souverän und machen Appetit auf ein neues Album.

 

Splitpartner auf dieser Veröffentlichung sind Majeure um A.E. Paterra, welcher ansonsten bei der amerikanischen Formation Zombi die Kessel rührt. Von der Stimmung her geht das in eine ähnliche Richtung wie bei Sankt Otten, allerdings fehlt hier das Gitarre/Bass/Drums- Fundament, Paterra tobt sich am Synthesizer aus. So wird hier noch deutlicher, wo die Vorbilder (beider Bands) hier am ehesten liegen: Bei Elektronik-Pionieren wie Tangerine Dream und Scifi-Soundtracks. Eukalyptus runter vom Hirn, Helm auf – und ab geht der Spacetrip!


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