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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:55

Erik and Me: Versteck

06.01.2011

... und irgendwie was Neues!

Es gibt millionen Bands, doch leider klingen ganz viele davon so, wie sie es woanders gehört haben – und das ohne bewusst zu kopieren. Bei Erik & Me ist das auch so. Nur anders! Warum man die Berliner Band schon lange kennt und trotzdem nicht neu finden muss, ergründet JULIAN SCHRAVEN.

 

Wer Erik and Me sind, das ist wohl die Frage, die sich die fünf Musiker auf ihrem zweiten Album Versteck selbst zu beantworten versuchen. Immerhin bleiben im Bandnamen ganze achtzig Prozent der Band verborgen. In ihren elf Songs der Platte sind Erik and Me eine Sammlung von Momentaufnahmen. Ob alleine vor dem heimischen Rechner, mit ihren Fingern an den Tasten und zwei leeren Gläsern (Unsichtbar) oder wieder alleine in der herbstlichen Stadt (Herbst).

 

Die Kombo versucht mit einem lauten Auftakt auf sich aufmerksam zu machen, versinkt jedoch während rund vierzig Minuten Spielzeit immer tiefer in Melancholie und Selbstmitleid. Folglich drückt die CD ungemein aufs Gemüt. Musikalisch klar ausgereift und trotzdem mit einem Hauch zu viel Synthies, mit einem Schlagzeug, das sich oft zu wiederholen scheint und mit musikalischen Interludes, die einem nichts Neues erzählen, wird die Platte insgesamt jedoch geprägt vom Gesang des ominösen Erik.

 

 

Womit wir wieder am Anfang wären. Denn eben jener Gesang drängt die Platte auch extrem in bekannte Schubladen. Es werden klare Erinnerungen an Tocotronic & Blumfeld und somit auch sämtliche Vorreiter der Hambuger Schule wach. Textlich sind Erik and Me auf jeden Fall keine Entdecker, denn das hat es in der Tat alles schon gegeben. Worin liegt also der Unterschied?

 

Wahrscheinlich darin, dass man sich beim Hören von Versteck eben genau in der Sicherheit wiegt, schon alles zu kennen, dann jedoch plötzlich von einem unerwarteten Ton, einer klugen Textzeile oder auch von der Sturheit und Eigensinnigkeit der Songs überrascht wird. Bestenfalls nützt die Platte für den Ausklang eines Abends mit Liebeskummer und Rotwein.


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