Dunkel, spröde, minimalistisch sind Adverbien, die einem in der Stille einfallen. Slagr sind in ihrer musikalischen Ausdrucksweise nicht einfach zu fassen und es bedarf einiger Muße, sich auf diese Musik einzulassen. Schon der Titel ihres Debuts Solaris stellte wunderbar aus, dass es diesen Musikern um Atmosphäre geht. Und zwar um eine schwer zu benennende, im Zwischenreich von Wachen und Traum/Phantasie angesiedelte. Pinselstrichen gleich umtreiben uns Vibraphonspuren und Oberton-Schwingungen des Perkussionisten Sjolie Sveen. Ein stiller Strom (so die eigentliche Bedeutung von stille Straum), der auch melodische Fidel- und Celloklänge mit sich bringt. Trotz eines gewissen meditativen Charakters gerät diese Musik nie in den Verdacht des belanglos Dahinblubberns. Zwischen Minimal Musik, Jazz, Klassik und Folk schaffen Slagr ihre eigene, traditionelle wie moderne Variante kammermusikalischer Unterhaltung mit den nötigen Widerhaken.

