Fein, dass die BellRays nicht versuchen die verschiedenen Stile krampfhaft in Eines zu mischen, sondern klar trennen. Wenn Zeit ist zu Rocken wird gerockt und wenn die Zeichen auf Groove stehen, dann groovts. Der Titeltrack Black Lightning, Hell On Earth oder On Top fegen sauber durch’s Parkett. Sun Comes Down und Anymore kühlen lasziv die erhitzen Rockerseelen. Für einen Song wie Power To Burn hätten in den 80er Jahren Heerscharen von L.A. Poserbands ihren Wochenverbrauch an Haarspray hergegeben und Everybody Get Up bringt jede lahme Feier in Schwung. Falls nicht, sofort den Arzt rufen - deine Freunde sind taub oder tot. Die Aorta des Sounds ist ganz klar die Stimme der majestätischen Lisa Kekaula. Von ersten Ton ist klar, wer hier die Messe liest!
Leider kommt dem Quartett nicht die notwendige und verdiente Aufmerksamkeit zu. Gerade mal zwei mickrige Konzerte wurden im vergangenen November in Deutschland gespielt. Davon eines im sagenumwobenen Freiburger „The Great Räng Teng Teng“. Hätte Lemmy sein Herz bzw. seine Kontonummer nicht vor Jahren an den potenten Dämon Heavy Metal verkauft, die BellRays wären die ideale Begleitband für jedes Motörhead Konzert. Mr. Kilmister wird ja nicht müde, von starken Frauen zu träumen, die mehr Feuer im Hintern haben als Norwegische Kirchen. Bitte schön, einfach mal hier angefragt. Aber die Welt bleibt ungerecht und so mussten wir uns im letzten Dezember mit Doro rumärgern.

