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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:59

Asobi Seksu: Fluorescence

24.01.2011

Zwischen Traum und Kitsch

Es ist eine Crux: Wer nicht in der Belanglosigkeit versinken will, muss sich hin und wieder neu erfinden. Das kann man nicht forcieren, und wer es versucht, der fährt meistens gegen die Wand. Ob das bei Fluorescence, dem vierten Studioalbum von Asobi Seksu ebenso der Fall ist, verrät KRISTOFFER CORNILS.

 

Ist klar: Dass der grazile Spagat zwischen shoegaziger Verträumtheit und knapp-vor-Kitsch-Pop der Vorgängeralben weder ein ewig währendes Erfolgskonzept darstellt noch künstlerisch auf Dauer hätte befriedigend sein können, ist fragwürdig. Anstatt aber konsequent eine neue Richtung einzuschlagen, hängen Asobi Seksu halb am alten Konzept, halb an neugefundener Experimentierfreude. Dermaßen heterogen geeicht, läuft auf Fluorescence leider mehr schief als glatt.

 

Denn die neuen Elemente integrieren sich nicht, sie interagieren vor allem nicht mit Yuki Chikudates markanter Stimme, sie erweisen sich vielmehr als ein kontrapunktierender Ballast von Beiwerk. Peinlich wird das beim Opener Coming Up, der mit seinen knarzigen Synthesizereinsätzen gleich zu Anfang das Irritationspotenzial der Platte konstituiert und vor allem bei My Baby, wo Sängerin Chikudate im Mix durch die nervösen Drums geradezu verprügelt wird.

 

Immerhin: Asobi Seksu knallen nicht mit Höchstgeschwindigkeit an die Wand. Insbesondere zum Ende hin zeigt sich der eine oder andere Lichtblick, mit Pink Light schließt das Album in epischen, atmosphärischen Klängen, die nicht nur endlich wieder homogen klingen, sondern auch versöhnlich stimmen. Fluorescence endet, wie man es gewohnt ist von Asobi Seksu. Das ist vielleicht das eigentlich Traurige, die ganz eigene Crux der Band.


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