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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:59

Sarsaparilla: Everyone here seems so familiar

24.01.2011

Berlin und Brombeerwein

Ein weiterer amerikanischer Musiker mit Wahlheimat Berlin. Noch ein Singer/Songwriter mit melancholischen Neigungen und Folk-Wurzeln. Brauchen wir das? Aber ja!, meint TOM ASAM.

 

Brandon Miller hat bereits vier Alben in Eigenregie aufgenommen, zunächst in Philadelphia, dann in seiner neuen Wahlheimat Berlin. Der Wechsel bot sich an, da Berlin über mehr »Natur, weniger Waffen, besseres Bier und tolle Möglichkeiten für Musiker« verfügt. Außer einer handvoll Eingeweihter dürfte den bisherigen Veröffentlichungen Miller´s  kaum jemand Wind bekommen haben. Vielleicht ändert sich das ja mit Everyone here seems so familiar, einer Zusammenstellung von Song aus den Jahren 2007 bis 2009.

 

Von seinen musikalischen Vorbildern, die sich nach eigenen Angaben von Beethoven über die Pixies bis zu Radiohead erstrecken, hört man nichts – da hat er sich wohl eher Inspiration im weiteren Sinne abgeholt. Wir hören feinen, folkfundierten Singer/Songwriter-Stuff mit Indiepop-Verständnis und einen Sänger mit wechselnder musikalischer Unterstützung. Miller´s Stimme variiert zwischen zarter Zerbrechlichkeit und fester Ausdruckskraft. Neben dem üblichen Instrumentarium kommen auch Violine und Banjo zwischendurch zu ihrem Recht. Das Album ist relativ abwechslungsreich, wirkt aber trotz unterschiedlicher Bandbesetzungen und Aufnahmesessions nicht zusammengeschustert.

 

Der Bandname kommt übrigens von einem Brombeergesöff, das angeblich in Mittelamerika der Renner ist und in den US of A als Kultgetränk gilt. Der Moment, als Miller´s Großvater am Sterbebett (aus Mangel an trinkbarem Bier?) nach einem Glas davon verlangte, war der Ausgangspunkt zu den musikalischen Aktivitäten des Enkels.

 

 Alle, die Musik zwischen Jose Gonzales und Elliot Smith würdigen – und wer tut das nicht – sollten sich nicht vom unscheinbaren Cover im Stile »unser Kindergarten bastelt für den Weltfrieden« abschrecken lassen. Schöne Platte.


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