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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:59

Papaye / Self-Evident / Navel

24.01.2011

Same Month Same Year

Stimmt nur mit Einschränkung, klingt aber dramatisch. In unserer globalen Welt könnten sich Papaye, Self-Evident und Navel vielleicht einen Proberaum teilen. Oder den Kredit vom gleichen Finanzhai. Von DAVID EISERT

 

Papaye spielen auf La Chaleur kurze und heftige - ausschließlich instrumentale - Sounderuptionen. Treibend, geradeaus, fordernd. Ähnlich dem, wie der sportive Herr auf dem homoerotischen Coverfoto seine Lenden präsentiert. Die Gitarre wird stimuliert, dem Höhepunkt entgegen – aber kommt es letztlich zur finalen Entladung? Nach weniger als 30 Minuten ist jedenfalls schon Schluss.

 

Das Trio Self-Evident aus Minneapolis schafft auf seinem fünften Album Endings gut acht Minuten mehr. Wird auch mehr gesungen, bei jedem Lied sogar. Die Gitarre steht hier ebenfalls im Mittelpunkt. Als Melodienspenderin und Mittlerin zwischen Aggression und Sanftmut. Post-Rock oder Emo ohne Kinderfasching. Die 31 Knots fallen mir als Analogie ein. Sehr physisch, sehr gegenständlich und irgendwie auch sehr gut.

 

Neo Noir, ein neues Schwarz? Aber Schwarz bleibt Schwarz, keine noch so übermenschliche Anstrengung konnte das je verändern.

 

Die Schweizer Navel bleiben ihrer Liebe zu den Sounds vergangener Zeiten treu. Anachronistisch könnte man es nennen. Vielleicht auch nur zu früh dran, die Mode kommt schon wieder vorbei. Die drei Burschen haben sich seinerzeit beim Ferienjob in einer bekannten Bonbonfabrik kennen gelernt und beschlossen, dass sie etwas Besseres als den Tod allemal finden werden. Und so spielten sie 2008 mit Frozen Soul eine hübsche Nirvana Hommage ein. 2010 geht es nun eher in die düstere Ecke. Auf Grunge folgte bekanntlich Industrial und das hartnäckige Ausprobieren der Soundeffekten des Studiobords. Auch heuer wird der Gesang durch jedes Hall- und WeißderGeiereffektgerät gejagt, was auf Dauer etwas monoton ist. Besonders beim Rockin’ In The Free World Cover stößt dies unangenehm auf. Das Townes Van Zandt Cover Hunger Child Blues hingegen überrascht. Wahrscheinlich wegen seiner Ungewohnheit. Handwerklich schwer in Ordnung, gesamt aber etwas Ideenarm, und Hiddentracks sind seit Nevermind auch kein Ulk mehr.


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