Neo Noir, ein neues Schwarz? Aber Schwarz bleibt Schwarz, keine noch so übermenschliche Anstrengung konnte das je verändern.
Die Schweizer Navel bleiben ihrer Liebe zu den Sounds vergangener Zeiten treu. Anachronistisch könnte man es nennen. Vielleicht auch nur zu früh dran, die Mode kommt schon wieder vorbei. Die drei Burschen haben sich seinerzeit beim Ferienjob in einer bekannten Bonbonfabrik kennen gelernt und beschlossen, dass sie etwas Besseres als den Tod allemal finden werden. Und so spielten sie 2008 mit Frozen Soul eine hübsche Nirvana Hommage ein. 2010 geht es nun eher in die düstere Ecke. Auf Grunge folgte bekanntlich Industrial und das hartnäckige Ausprobieren der Soundeffekten des Studiobords. Auch heuer wird der Gesang durch jedes Hall- und WeißderGeiereffektgerät gejagt, was auf Dauer etwas monoton ist. Besonders beim Rockin’ In The Free World Cover stößt dies unangenehm auf. Das Townes Van Zandt Cover Hunger Child Blues hingegen überrascht. Wahrscheinlich wegen seiner Ungewohnheit. Handwerklich schwer in Ordnung, gesamt aber etwas Ideenarm, und Hiddentracks sind seit Nevermind auch kein Ulk mehr.

