Als Faust 1971 debutierten, interessierte das hierzulande kaum jemanden. Kennt man ja: der Prophet ... Vor allem in Großbritannien machten sich Faust aber im Zuge des stilistisch relativ breiten Krautrock-Phänomens einen Namen. Von ihrem dritten, The Faust Tapes betitelten Werk verkauften sie alleine in den UK um die 100.000 Stück! Julian Cope, Musiker, Musikexperte und Verfasser des Standardwerkes Krautrocksampler ehrte die Deutsche Legende folgendermaßen: »Es gibt keine mystischere Gruppe als Faust.«
Was für manchen Hörer dilettantischer Krach zu sein schien, war für andere eine zukunftsweisende Collage aus dadaistischem Avantgarderock und Improvisation. Und daran hat sich vier Jahrzehnte später nicht so viel geändert – zum Glück. Seit einigen Jahren kann man die musikalischen Fausthiebe allerdings aus zwei Richtungen einstecken. Im äußersten Südwesten der Republik residiert Ur-Faust Joachim Irmler mit seinem famosen Klangbad-Label inklusive legendärem Festival – und einer Band namens Faust. Die Faust, die uns hier something dirty auf den Plattenteller hauen, bestehen aus den beiden Gründungsmitgliedern Jean Hervé Peron und Zaooi W. Diermaier, verstärkt durch den Engländer James Johnston (Gallon Drunk, Nick Cave) und Geraldine Swayne.