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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:01

British Sea Power: Valhalla Dancehall

27.01.2011

Bitte, bitte, lass mich!

Mit ihrem fünften Album wollen British Sea Power es allen recht machen und auch endlich ein Stück vom großen Kuchen. Von MATHIAS BROSE

 

Walhalla - ein Name, bei dem man unmittelbar an die pompöse Ruhmeshalle in Donaustauf denkt. Seit sie von Ludwig I. von Bayern in Auftrag gegeben wurde, werden dort seit 1842 bedeutende deutschsprachige Persönlichkeiten mit Marmorbüsten und Gedenktafeln geehrt. Rund eineinhalb Jahrhunderte später wollen auch die Barden von British Sea Power auf ihrem fünften Studioalbum Valhalla Dancehall ihren Ruhm mit gitarrenzuckendem Breitwandpop und expressivem Gesang einfordern.

 

Trotz des fantastischen letzten Albums Do You Like Rock Music ist die Band um Sänger Yan nie über den Status eines Geheimtipps hinausgekommen. Die Jungs aus Brighton versuchen, dies nun zu ändern. Nach wie vor spielen British Sea Power Gitarrenrock, der sich auf einem Mittelweg befindet. Auf einem Weg zwischen hastigen Lärmattacken à la Punkrock und eindringlichen Refrains. Was jedoch auf ihrem Vorgängerträger wunderbar funktionierte, bleibt auf Valhalla Dancehall ziemlich blass. Der Versuch um Eindringlichkeit gepaart mit Abwechslungsreichtum hinterlässt wenig Eindruck.

 

So beginnt das Album zunächst zielstrebig und energiegeladen mit dem Opener Who‘s Control. Der Weg zum Ruhm scheint hier zum Greifen nah zu sein. Im Laufe des Albums wird aus diesem Orkan jedoch schnell ein lauer Morgenwind. Tracks wie Baby oder Georgy Ray dümpeln langsam vor sich hin und machen es dem Hörer mehr als schwer, seine Aufmerksamkeit nicht auf den pfandsammelnden Bartträger an der Straßenecke gegenüber oder dem scheppernden Fernseher zu richten. Seltsam unmotiviert und lustlos verharren sie in einem nichtssagendem Midtempo, das völlige Leere zurücklässt. Nichts prägt sich hier ein oder umschmeichelt mit weichen Melodien. Lediglich We are Sound, eine wunderbare Hymne die sich flott um die Säulengange der Walhalla schmiegen würde und dem niedlichen Living Is So Easy mit seinen verspielten Synthies, kann man noch Abwechslung und wirkliches Potential bescheinigen.

 

So lässt Valhalla Dancehall nichts zurück. Die Songs verschwinden schnell wieder im britischen Inselnebel und heben sich nicht von der Masse anderer vergleichbarer Rockbands ab. Auch die interessanten Arrangements ändern nichts daran - schnell hat sich die Slide-Gitarre hier und das Glockenspiel dort abgenutzt. Mit ihrem fünften Studioalbum wollten British Sea Power viel, jedoch ohne etwas zu wagen. So wird es nichts mit der Marmorbüste.

 

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