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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:03

White lies: Ritual

31.01.2011

Größer als wir

Viel gelobtes Trio von der Insel mit Breitwand-Elektropop für die Massen. Von TOM ASAM

 

Keine Ahnung, auf welche Notlügen (so die Übersetzung von White lies) der Bandnahme erinnern soll oder welches Ritual hier heraufbeschworen werden soll. Es ist auf alle Fälle ein gängiges Ritual, Altbekanntes neu verpackt zu verkaufen gerade auch was den Rock des weißen Mannes anbelangt. White Lies hatten mit ihrem Debüt To Lose my Live vor zwei Jahren sofort die Spitze der englischen Charts erobert und wurden auch in ziemlich allen großen Musikgazetten von der Insel mächtig abgefeiert. Der Grund - zumindest für letzteres Phänomen erschließt sich mir beim Hören von Ritual nicht wirklich. Mit Is love beginnt das Album ziemlich langweilig. Pathetischer Elektro-Pop/Rock mit aufwendiger, aber austauschbarer Hochglanz-Produktion. Das Ganze spielt sich grob gesagt in der Mitte zwischen den Editors und Hurts ab.

 

Stellenweise erinnern die White Lies mit ihrem gespreizt wirkenden Pathos auch an die Heerscharen von Bands die seit mindestens zwanzig Jahren in einem speziellen Ausschnitt des breiten Feldes dessen unterwegs sind, was (oftmals wenig zutreffend) als Heavy Metal angepriesen wird.Und zwar an jene Bands, die ihre Gitarre mit zunehmender Häufigkeit an die Wand stellen, nachdem sie ihre Liebe zu Depeche Mode gefunden haben. So herrscht auf Ritual ein ziemlich austauschbarer Umgang mit Synthiesounds und Allerwelt-Gitarrenriffs. Nicht von der Hand zu weisen ist die Tatsache, dass das Trio ein Händchen für eingängige Refrains besitzt. Und mit Bigger than us ist zugegebener Maßen ein Song dabei, der sich sofort in den Hirnwendungen festsetzt, ob man will oder nicht. Insgesamt aber eine eher belanglose Geschichte, die verkrampft wirkt und wohl mit Blick auf den großen US-Markt zusammengeflickt wurde.


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