FMP steht für Free Music Production, und Gebers ist es zu verdanken, dass der Free Jazz hier eine Heimat gefunden hat, die ihm mit Sicherheit verweigert bliebe, wenn nur kommerzielle Kriterien als Maßstab angelegt würden. Der Free Jazz war immer die Musik einer kleinen Minderheit, und die ist in den vergangenen Jahren nicht gewachsen. Jost Gebers aber und FMP ließen sich nicht beirren. Sie blieben ihrer Überzeugung treu, verzichteten auf Kompromisse, entschieden sich für eine Redlichkeit, die im kapitalistischen Alltag obsolet erscheint und der man auch dann Respekt zollen muss, wenn man diese Überzeugung selbst nicht teilt.
Jetzt hat FMP eine ebenso schlichte wie schöne Box herausgebracht, die mit 12 exemplarischen CDs und einem Begleitbuch die Arbeit der vergangenen vier Jahrzehnte dokumentiert. Sie deckt sich weitgehend mit der Geschichte des Total Music Meetings, das alljährlich in Berlin einen Kontrapunkt zum Jazzfest liefert. Wie sehr der Free Jazz von der ewigen ökonomischen Misere bedroht ist, lässt sich daran ablesen, dass das Total Music Meeting 2009 wegen der Unterfinanzierung abgesagt werden musste. Dass überhaupt mit öffentlichen Geldern von allerdings lächerlich geringem Ausmaß ausgeholfen wird, ruft schon den Neid und säuerliche Kommentare mancher Konkurrenten hervor, die sich lieber den Gesetzen des Marktes unterwerfen als sich in der Forderung nach einer Jazzförderung zu solidarisieren, die diesen Namen verdient.