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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:05

Stuart Sweeney: 16:9

10.02.2011

Beruhigend und anregend zugleich

Stuart Sweeney bereitet uns mit seinem irgendwo zwischen Minimalismus, Ambient und zeitgenössischer Klassik angesiedeltem Sound eine Zeit der Muße. Von TOM ASAM

 

Auch wenn man derartiges irgendwie schon zu oft gehört hat: Die Musik des in Northampton lebenden Stuart Sweeney lässt beim Hörer Bilder im Kopf entstehen und gehört irgendwie in die regelmäßig heraufbeschworene Gattung des Soundtracks ohne Film. 16:9 besitzt eine orchestrale Intensität, die jedoch einzig einem Mann und seinem Computer geschuldet ist („Mac Sweeney“ quasi, was ja zu dem gebürtigen Glasgower passt). Für seinen ersten Longplayer hat Sweeney unzählige Stunden damit verbracht, Field Recordings in der ländlichen Umgebung seines Wohnortes zu erstellen und zusammen mit Instrumental-Spuren auf seinem Computer zu bearbeiten. Mit dem Ergebnis seiner Kompositionen verhält es sich ähnlich wie mit der auf dem Cover abgebildeten innenarchitektonischen Ansicht.

 

Das Ganze wirkt schlicht und pompös, beruhigend und ungewöhnlich zur gleichen Zeit. Wer hat diese Räume für welchen Zweck derartig entworfen? Oder: Wie ist diese Musik eigentlich zusammengesetzt? Letztlich bleiben Antworten auf derartige Fragen zweitrangig, da man schnell vom Fluss der Musik gefangen genommen wird. Irgendwo zwischen an Philip Glass erinnerndem Minimalismus, zeitgenössischer Klassik und Ambient-Sounds versetzen einen Stücke wie Impressions of a golden age oder a time of change in einen seltsamen Zustand. Die Musik erscheint beruhigend und anregend zugleich, gleich einem Naturschauspiel, wie es in fantasia for a storm thematisiert wird.  

 

Sweeney´s 16:9 ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie Musik unabhängig von der Entstehungsweise oder genremäßigen Kategorisierungen in der Lage ist, den Hörer aufs angenehmste in eine andere Welt zu entführen. Wie beim Verlassen des Kinosaals nach einem beeindruckenden Film, so nimmt man auch nach den knapp 45 Minuten dieser CD erst zögerlich und etwas entrückt wieder Kontakt zur gewohnten Umgebung auf.

 

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