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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:08

Isolée: Well Spent Youth

12.02.2011

Das Glück einer glücklichen Jugend

Rajko Müller hat sich für sein drittes Album Well Spent Youth sechs lange Jahre Zeit gelassen. Fast doppelt so lange, wie ein moderner Teenager für ein gepflegtes Moratorium der Jugend benötigt. Wahrscheinlich klingt der Sound deswegen so angenehm undigital, organisch und vergänglich. Von DAVID EISERT

 

Ich selber kenne mich mit Technik überhaupt nicht aus. Schon zu Zeiten des C64 hab ich die Auffahrt zum Datenspeedway verpasst. Mobiltelefone sind grenzwertig, Smartphones die Hölle und die Digitalphotografie der Sargnagel des Erinnerungsphotos. Umso schöner, wenn jemand einen Sack voll analoger Klangerzeugungsinstrumente im Keller respektive Studio rumstehen hat. Der seine Klangwelten auf ein Fundament aus Gefühlen und Seele stellt und nicht ausschließlich aus Einsen und Nullen zusammenprogrammiert.

 

Ein fetter, zäher Groove zieht sich durch das gesamte Album. Schwer und dunkel, wie ein nebliger Novemberabend. Alle Töne der Umgebung dringen nur gedämpft ans Ohr. Irrlichtern gleich zucken melodische Sprenkel auf, percussive Einwürfe – einer Herzrhythmusstörung gleich - bringen immer wieder den Takt durcheinander. Entferntes Plockern und Blubbern erinnert an zappelige ADHS Kids. Aber der toxisch sedierte Adoleszent ist hier und jetzt der König im Club. Lässig chillen, ein wenig im Takt wippen und möglichst cool bleiben, das hält jung und macht nen schlanken Fuß.

 

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