Auch die Australier von Cut Copy lieben die 80er Jahre. Sie klingen auf ihrem dritten Album mit ihrem synhtiegetriebenen Neongassenhauern stellenweise wie musikalischer Sirup aus den Früchten Duran Duran, Human League, viel Zucker, Geschmacksverstärkern und ein paar Zutaten, die einem bekannt vorkommen, aber gerade nicht einfallen. Da so etwas unverdünnt nur für die wenigsten ein ernsthafter Genuss ist, strecken die Aussis den Sud mit hypnotischen Trancestrecken, uplifting psychedelic-intersections und house-Annäherungen. Inwiefern sie dem Ziel einer »vision of a tropical, jungle, tribal sound« dabei nahegekommen sind, bleibt dem Hörer zu beurteilen.
Ich würde sagen, es ist eher die - sicher nicht uninteressante - Vertonung einer von vornherein als synthetisch feststehenden Manifestation einer tribalistischen Ausdrucksweise. Denn hier wirkt natürlich nichts wild, authentisch oder zivilisationsabgewandt. Der Hinweis auf die Zusammenarbeit mit Ben Allen, der auch schon Alben vom Animal Collective oder Gnarls Barkley veredelte, dürfte verdeutlichen, dass man es hier mit einem Studio-Jungle zu tun hat, der keine welken Blätter kennt dafür aber eine prächtige, konstruierte Vielfalt präsentiert.
