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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:08

Kleine Popwunderüte

17.02.2011

Mehr als Eintagsfliegen

Mit Analogize, Harrys Gym, New Found Land und Siriusmo angelt TOM ASAM einige aktuelle Veröffentlichungen aus der Popwundertüte, die folgendes gemeinsam haben: die Namen der Bands dürften kaum jemandem was sagen – und sowohl das Lesen der Bandnamen als auch das Betrachten der Cover geben wenig Aufschluss auf den zu erwartenden Inhalt.

 

Für viele (gefühlt vor allem skandinavische und amerikanische) Musiker stellt sich Berlin als New Found Land heraus. So auch für die schwedische Musikerin Anna Roxenholt. Aus dem ursprünglichen Duo ist auf dem zweiten Album the bell eine bunte Truppe geworden, die für musikalische Abwechslung sorgt. Von ruhigeren Stücken, die in ihrer melancholischen Färbung an Landsfrau Ternheim erinnern, reicht die Palette bis zu gutgelaunten, teils mehrstimmig vorgetragenen Popsongs, die teilweise an die sympathischen Kanadier von den Stars erinnern. Besonders hervorzuheben ist die bunte und phantasievolle Instrumentierung, die unter anderem auch Tuba, Vibraphon und Saxophon wirkungsvoll zur Geltung lassen kommt. Gelungen!

 

A great Mix finden die Dänen von Analogik sei ihnen mit ihrem neuen Album gelungen. Das Werk der Trupe aus Aarhus ist quasi die Wundertüte in der Wundertüte. Hier trifft Analog auf Digital, Gypsy-Jazz auf Nintendo-Sounds, Sax auf Synthie und Hip Hip auf Polka. Verspielter Bastelpop der obskuren wie unterhaltsamen Art. Hier scheinen sympathische Spinner mit Sinn für Humor am Werk zu sein. Bestimmt auch live eine Truppe, die einen gelungen Abend garantiert (Ende März in Deutschland auf Tour!!). Indeed: A great Mix!

 

Siriusmo ist keine Werbeoffensive des syrischen Tourismusamts, sondern die Soundoffensive des Musikers (und Wahlberliners?) Moritz Friedrich. Nach Remix-Arbeiten für so renommierte Namen wie Scissor Sisters, Simian Mobile Disco oder Digitalism hat sich Friedrich mit Mosaik erstmals an ein komplettes Album gewagt. Die musikalische Sozialisation Friedrichs zwischen Stevie Wonder, Beatles und Hip Hop lässt keine großen Schlüsse bezüglich der hier zu findenden Mosaik-Steinchen zu - allenfalls in Bezug auf stilistische Offenheit. Und so sind seine elektronischen Ausritte zwischen House und Disco auch von Experimentierfreudigkeit geprägt.Schräge Bässe und tüftelige Beats mit funky Feeling zementieren eine Elektro-Darbietung, die über eine wirklich individuelle Handschrift verfügt und ihrer retrofuturistischen Ausprägung mehr als eine Eintagsfliege sein wird.

 

In Harrys Gym können sie keine Hantelstangen wuchten. Es handelt sich hierbei um eine norwegische Band, die sich stilistisch (noch) nicht so recht festlegen will, sich aber sicher ist: what was ours can´t be yours. Ihre Songs teilen sie aber doch mit uns, und das nehmen wir dankbar an! Die Stimme von Anne Lise Frokedal (irgendwelche durchgestrichenen O´s vernachlässige ich jetzt mal im Stil der Band, die sich den Apostroph bei Harry´s Muckibude auch spart) schwebt wunderschön im Zentrum des Sounds. Folkwurzeln sind streckenweise eher fühl- denn hörbar, eine hypnotische Grundstimmung wird durch Keyboardsounds und programmierte Beats konterkariert. Kate Bush, 4 AD- Erinnerungen und zeitgenössischer Pop -  Harrys Gym trainiert alle Muskelgruppen und wird noch zu großer Form auflaufen!

 

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07.06. Hannover, Musiktheater Bad
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21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

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