The Mount Fuji Doomjazz Corporation ist quasi die improvisationsfreudige Auswärts-/Livemannschaft des Kilimanjaro Darkjazz Ensembles. Da die Mitglieder des seit den Aufnahmen zu oben beschriebenem Werk weiter gewachsenen Ensembles in verschiedenen Ländern zu Hause sind, ist das Touren in einer gleichbleibenden Besetzung schwierig zu organisieren. Man macht hier aus der Not eine Tugend indem man die Kerntruppe bei jedem Auftritt um illustre Gäste ergänzt. Wenngleich Anthropomorphic in drei Teilen auf Bühnen in Utrecht, Wroclaw (Polen) und Moskau entstanden ist, erscheint es als organische Einheit. Die hypnotische Stunde ambient/doom/drone/improv-Vergnügen beginnt mit Hillary Jefferys Posaune. Überträgt man den Anthropomorphismus (das Zusprechen menschlicher Eigenschaften auf Tiere,Götter, Naturgewalten - in unserem Fall ist diese tierisch gute, göttliche Musik eine Art Naturgewalt!) auf das musikalische Geschehen, sind diese Posaunenstösse als erste Atemzüge eines zunehmend komplexer agierenden Wesens zu verstehen. Körperliche Gitarrenschichten werden aufgetragen, elektronische Elemente hinzugefügt, Cello und Violine setzen Kontraste. Körper und Seele - mind against body. Schließlich fügen sich auch Bass, Drums und spärliche Vocals in das komplexe Soundorgan. Wie ein menschliches Wesen hat auch die Doomjazz Corporation eine gewisse Grundausrichtung und beschränkte Mittel zur Gestaltung. Der grobe Weg ist vorgezeichnet, das wahre Leben nimmt aber in seiner individuellen Komplexität immer wieder neue Wendungen, bei denen auch der Zufall und der freie Wille zu ihrem Recht kommen. Wenn auch nicht immer im vollen Bewusstsein - wir lieben dieses Leben. Zum Beispiel beim Genuss einer Stunde Musik, die erhebend ist wie der Aufstieg zum Mount Fuji.
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