Die fünfköpfige Formation Stateless aus Leeds setzt nach ihrem 2007 er Debut nun zum großen Sprung an. Mit Matilda haben die Staatenlosen einige Trümpfe in der Hand. Zum Beispiel Björk-Produzent/Programmierer Damien Taylor. Oder jede Menge Gäste, die man so am Wegrand kennenlernte. In diesem Fall kann man stateless einfach nur positiv im Sinne von international verstehen, nicht als Mangel einer Identität, Matilda ist das Ergebnis einer musikalischen Reise und vieler Mitbringsel. Die Mischung aus Downbeat, folkloritischen Elementen, R&B-Annäherungen und melancholischem Pop ist absolut prächtig. Wenn Sänger Chris James sagt „it´s a proper album. It works as a whole. I want people to do the Pink Floyd thing, and listen to it from start to finish really loud ongoos headphones“ kann ich dem nur beipflichten. Wer erstmal reinhören möchte, sollte aber bei Ariel einsteigen: das beginnt mit fernöstlichen Klängen, zu denen sich ein fetter Subbass gesellt, dazu kommen wunderbare Vocals und ein ausgereiftes Songwriting. Schön auch I´m on fire, ein ruhiges Duett mit Shara Worden, Sängerin von My brightest Diamond. Contemporary R&B klingt für mich insgesamt eher als Drohung, nicht so bei ballad of ngb, einem Song der nicht nur mit der schönen Zeile dancing in the kitchen, cooking up a snowstorm (versteh´ich zumindest) gefällt. Auf Song of the Outsider kommt die string group der renommierten World-Music-Formation Balanescu Quartet zum Einsatz, inklusive einem furiosen Finale von Violinist Alex Balanescu. So, jetzt aber von vorne, raus mit den Kopfhörern.