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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:10

Munk: The Bird & the Beat

24.02.2011

Gomma Summer

Mediterrane Popleichtigkeit vereint mit funky Beatfreude. Auf geds, Ragazze! Von TOM ASAM

 

Mathias Modica ist gemeinsam mit Jonas Imbery Inhaber des Münchner Gomma Labels. Sie nutzten das erste Jahrzehnt des 21.Jahrhunderts, um aus einer Insidergeschichte und Freakshow eine Institution zu machen, die heute in einem Atemzug mit Ed Banger, DFA oder Kitsune genannt wird. Modica reist als DJ und Producer durch die Welt und haut alle paar Jahre auch mal ein eigenes Album raus. Gomma steht für eine Münchner Lässigkeit, die dieser Stadt meist nur in Verbindung mit Schwärmereien zu vergangenen Tagen zugebilligt wird: Schwabing, Künstler, Moroder... Geschichten gibt’s da ohne Ende. Und da diese Stadt gemessen an der Einwohnerzahl mittlerweile vielleicht wirklich mehr Schwachmaten als jede andere hierzulande anzieht, ist es heutzutage nicht immer leicht zu ihr zu stehen und das Originale wie Originelle noch zu finden. Gomma kann man diese Originalität wohl nicht absprechen.Genauso wie man sich hier zu Disco oder Electroclash bekannte - ob das jetzt hip war oder nicht – bekannte man sich auch zur bayrischen Metropole, als alles „Berlin“ schrie! Heute ist das alles Wurst. Gomma ist eine Institution und Modica, der als Produzent übrigens letztes Jahr auch das Soundbild von Die Sterne runderneuerte, residiert vorwiegend in Marseille. Zusammen mit der Tatsache, dass er Halbitaliener ist, rundet dies das schöne Klischee Münchens als nördlichste Stadt Italiens und somit Heimat einer gewissen (trotz Gentrifizierung, Winterolympiadenträumen und Westfalisierung bestehenden) mediterranen Lässigkeit nur ab.

 

Diese Lässigkeit kommt auf  The bird and the beat bestens zur Geltung. Funky Disco-House zwischen Kitsch, retrofuturistischer Tanzmusik und romantischem Pop. Munk ist Munich, Munk ist Monaco di Bavaria. Hier spielt La Musica. Gleichnamiger Song wurde als Vorab-Single von Mark Ronson bis Busy P (Ed-Banger-Chef) abgenickt, von Lagerfeld für einen Chanel Kurzfilm lizensiert, auf einflussreiche Compilations gepackt und zum Clubhit. Ist hier natürlich mit drauf, und weiter geht der Beat! Und von wegen Bird: Modica hat sich gleich zwölf  Birds aus acht Ländern geschossen um seine Kompositionen am Mikro versüßen zu lassen - ja der Italiener an sich macht halt gern Jagd auf Singvögel! Die das Cover zierende Amandine Morine bringt per Billig-Mikro in Rue de Rome den Charme Marsailles zur Geltung, Clara Cometti bringt das leicht verletzliche Element in Violent Love, die italienische Schauspielerin Missy Charriot ist auf dem Song Kitchen Call verewigt – nachdem Sie Modica während Studioaufnahmen 2009 in Rom beim Pastakochen mit ihren Rap-Einlagen begeisterte! Ja, hier wird einfach alles was einem vor die Flinte kommt und Spaß macht, integriert. Das kommt in diesem melodieverliebten, beatlastigen Popalbum der unterhaltsamen Art auch bestens rüber! Und so kann ich mich auch als jemand, der elektronische Musik öfter in der frickeligen Variante unter dem Kopfhörer genießt, denn in der clubbestimmten Variante, nicht ruhig halten. Das hier zu schreiben dauerte eine Ewigkeit, weil ich dabei dem bird und dem beat lauschte und immer wieder ein runde durch die Bude groovte. So bekommt dieser lausige Februarnachmittag die Stimmung längst vergangener Wochenendauftakte und ich fiebere der Sonne entgegen. Boid is wieda Summa in da Stod. Es wird ein Gomma Summer!

 

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