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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:13

Graf Orlock: Doombox

03.03.2011

Gnadenlos dahergeknüppelt

Cinemagrind wird wohl kaum mehr als eine Fußnote der Musikgeschichte bleiben. Deren ersten und einzigen Vertreter Graf Orlock setzen sich mit ihrer neuen 10“ Doombox ein Denkmal, das nicht nur alles Dagewesene übertrifft, sondern durch die beigegebene CD mit den vorigen drei Alben der Band auch einschließt. Von KRISTOFFER CORNILS

 

Eine Band zu gründen, die sich konzeptuell und textlich ausschließlich von Action-Blockbustern der letzten Jahrzehnte nährt, klingt nach einer mehr als witzigen Idee. Zumal wenn man sich mit dieser Band im Grindcore-Genre bewegt, eine Szene, die gerne viel zeigt, leider aber selten Selbstironie. So mag der Erfolg Graf Orlocks begründet sein, eine Band, die sich als Statement verstehen lassen kann oder eben auch einfach nur als hardcorelastiges Grindcore-Gesamtkunstwerk mit witzigem Artwork und gnadenlos spaßig-aggressiv dahergeknüppelten Songs.

 

Das Meisterstück, das Graf Orlock mit Doombox (tatsächlich: die 10“ kommt in einer Verpackung, die sich zu einer Boombox, einem Ghettoblaster ausfalten lässt) hinlegen, dürfte nach dem eher schwächeren Destination Time – Today ihre Ausnahmestellung in der Hardcore-Szene erneut stärken. Denn so angenehm durchgeknallt das Konzept Cinemagrind auch klingen mag, irgendwann wäre es sicherlich ausgelutscht. Die kalifornische Band umgeht jedoch die Redundanz ihres Werks erst gar nicht, sie konzentrieren sich vor allem auf eins: Musik zu machen. Und entwickeln sich weiter, ob notgedrungen durch den Sängerwechsel oder ganz von selbst, auf musikalischer Ebene.

 

Das schreit immer noch Graf Orlock und unterscheidet sich doch deutlich von den ersten drei Platten. Die sind zur Gänze auf einer CD versammelt, die, natürlich, im CD-Fach des ausfaltbaren Ghettoblasters steckt. Es lohnt sich, sich das anzuhören, allein für den Beweis, dass jedes Konzept haltbar ist, wenn eine gute Band dahintersteckt.

 

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