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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:15

Kolvo: Hey Mom, Where´s Timbuktu?

10.03.2011

Post-Rock-Gesellenprüfung bestanden!

Mit Hey Mom, Where’s Timbuktu? veröffentlichen die schweizerischen Kovlo ihr drittes Album. Das hält alles, was ein Post-Rock-Album verspricht und KRISTOFFER CORNILS findet das höchstens ganz okay.

 

Spätestens seit Anfang der 2000er-Jahre ist aus Post-Rock ein eigenständiges Genre, aus dem mystisch klingenden Begriff eine definitorische Käseglocke geworden, unter der man all die Bands zusammenfassen kann, die versuchen, möglichst außergewöhnliche Musik zu machen, wenig auf Kompaktheit oder Eingängigkeit geben. Die Szene, sofern es sie wirklich gibt oder geben kann, explodierte in den letzten fünf Jahren förmlich: In jedem Winkel der Welt fanden sich immer mehr Bands zusammen, die langsam aus einer künstlerisch aufregenden Vision eine künstliche und generische machten, den eh schon faden Beigeschmack der Konventionalität immer bitterer und aufdringlicher werden ließen.

 

Irgendwo dort lassen sich Kovlo ansiedeln, genauer: Zwischen den Polen von metallischen Bands wie Omega Massif, den rhythmusgetriebenen Russian Circles und den verklärten Traumscapes von Explosions In The Sky bewegt sich die Band innerhalb der Mitte des Vorgegebenen und gleichsam innerhalb des Durchschnitts. Und das, obwohl Hey Mom, Where’s Timbuktu? den Hörer durch weit entfernte Orte wie Hebron, Quijing oder Angkor Wat führen soll, das versprechen jedenfalls die Songtitel.

 

Keine Frage: Kovlo haben die Post-Rock-Gesellenprüfung bestanden, wohl kaum aber mit Auszeichnung. Sie beherrschen das übliche Instrumentarium: Von Samples (aus Apocalypse Now!, ist ja schließlich Kunst) über Glockenspiel bis hin zu den sphärischen Sechzehnteläufen der effektüberladenen Gitarren. Überzeugend oder gar innovativ ist das jedoch nicht, der wirklich guten Produktion von Andrea Cajelli zum Trotz. Mit ihren wohlfühligen Laut-Leise-Dynamiken können die Schweizer wohl kaum jemanden ernsthaft vom Hocker reißen, da ist nicht mal eine leise Erschütterung drin. Selbst, wenn sie manchmal gehörig das Tempo an und die Regler hochziehen. Zu sonderlich mehr als einem guten Hintergrundsoundtrack zum aggressiv ausgeführten Abwasch taugt das kaum.

 

Wer die gängigen Standards gut bedienen kann und nicht darüber hinaus denkt, verheddert sich unweigerlich in Ganzokayigkeit und verendet dann schnell in der Belanglosigkeit. Wieder ein Post-Rock-Album mehr produziert, wieder ein totes Pferd mehr geritten.

 

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