Spätestens seit Anfang der 2000er-Jahre ist aus Post-Rock ein eigenständiges Genre, aus dem mystisch klingenden Begriff eine definitorische Käseglocke geworden, unter der man all die Bands zusammenfassen kann, die versuchen, möglichst außergewöhnliche Musik zu machen, wenig auf Kompaktheit oder Eingängigkeit geben. Die Szene, sofern es sie wirklich gibt oder geben kann, explodierte in den letzten fünf Jahren förmlich: In jedem Winkel der Welt fanden sich immer mehr Bands zusammen, die langsam aus einer künstlerisch aufregenden Vision eine künstliche und generische machten, den eh schon faden Beigeschmack der Konventionalität immer bitterer und aufdringlicher werden ließen.
Irgendwo dort lassen sich Kovlo ansiedeln, genauer: Zwischen den Polen von metallischen Bands wie Omega Massif, den rhythmusgetriebenen Russian Circles und den verklärten Traumscapes von Explosions In The Sky bewegt sich die Band innerhalb der Mitte des Vorgegebenen und gleichsam innerhalb des Durchschnitts. Und das, obwohl Hey Mom, Where’s Timbuktu? den Hörer durch weit entfernte Orte wie Hebron, Quijing oder Angkor Wat führen soll, das versprechen jedenfalls die Songtitel.