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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:18

V/A: The Karindula Sessions CD/DVD

17.03.2011

Mit Ölfass und Ziegenhaut

Musik zwischen Tradition und Moderne aus dem Südosten des Kongos. Entdeckt von TOM ASAM

 

Karindula ist sowohl eine Bezeichnung für einen Musikstil zwischen Tradition und Moderne als auch für das hierbei verwendete Hauptinstrument. Karindula entstand in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts in Lubumbashi (Kongo) bzw. im benachbarten Sambia, wo man von Kalindula spricht. Das Hauptinstrument, eine Art Riesenbanjo, wird aus einem Ölfass, Ziegenhaut, vier Saiten und einer leeren Milchpulvertüte(!) gebaut. Der Karindula-Spieler sitzt auf seinem Instrument und singt in der Regel auch, begleitet wird er meist von einem zweiten, kleineren »Banjo« und mit Holzstäben geschlagenen Trommeln.

 

Vincent Kenis, der Produzent der Congotronics-Veröffentlichungen, stellt hier vier junge Karindula-Bands vor, die er während eines dreitägigen Festivals in der Minenstadt Lubumbashi live aufnahm. Der von der traditionellen Musik der Bemba und Luba beeinflusste Stil, der mit einer Prise Reggae angereichert ist, wird hier in seiner rauen und direkten Art präsentiert. Es handelt sich hierbei um eine Musik, die sehr in den Alltag eingebunden ist, und nicht in erster Linie zu kommerziellen Unterhaltungszwecken gespielt wird.

 

Oft werden die Karindula-Spieler für Trauerfeiern engagiert, umso erstaunlicher ist es für unser Verständnis, dass die Musik für ihre provokativen und rebellischen Texte berühmt ist. Die vier auf der vorliegenden CD (und der beigefügten 90 minütigen DVD!) zu hörenden bzw. zu sehenden Bands heißen BBK, Bana Simba, Bena Ngoma und Bana Lupema. Das eingefangene Festival war nicht das, was man sich hierzulande darunter vorstellt. Ohne Vorlauf kurzfristig angesetzt, fand es ohne Verstärker auf der Straße statt. Ein wechselndes Ensemble von Gasttänzern und Kindern, die im Call-and-Response-Austausch mit den Bands stehen, sorgen dafür, diese eindrucksvolle Musik akustisch wie visuell noch lebendiger zu machen.

 

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