Sind Klischees nicht schön? Britische Gitarrenbands: Beatles forever. Schwedische Gitarrenbands: gute Plagiate angloamerikanischer Vorbilder, Deutsche Gitarrenbands: weniger gute Plagiate…, Isländische Gitarrenbands: keine Gitarren, dafür Elfengesang. Schottische Gitarrenbands: Eigenständigkeit. Ja, ich würde sagen, das Klischee, das einem zu schottischen Bands einfällt, ist, dass sie Klischees besser vermeiden als zum Beispiel ihre englischen Kollegen. Allein ein Blick auf die Liste der Artists des Chemikal Underground Labels offenbart eine Ansammlung originärer Künstler: Mogwai, Aereogramme, Arab Strap, Lord Cut-Glass, Magoo und viele mehr.
Das Edinburgher Trio Found reiht sich bestens ein. Hier geht es nicht darum, den Trend der Woche ausfindig zu machen. Found haben ihre eigene Ausdrucksfähigkeit irgendwo zwischen lärmigem Postpunk und melodischem Pop gefunden. Und damit bereits mit ihrem selbstproduzierten Debut Found can move für ordentliches Medienecho und Einladungen zu wichtigen Veranstaltungen wie dem SXSW-Festival gesorgt. Die Kombination kunstvoller Experimentierfreudigkeit und effektiver Geradlinigkeit führt bei Found zu großen Popmomenten. Sollte sich der Albumtitel Factoryland auf das berühmte Factory-Label aus Manchester beziehen, so lägen Found in der Mitte zwischen Joy Division und Happy Mondays. Sie wurden aber auch schon als Mischung zwischen Paolo Nutini und Captain Beefheart beschrieben. Wie gesagt: diese Schotten… mit guten Bands geizen sie nicht!
