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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:20

Alexander Tucker: Dorwytch

31.03.2011

Zitatreiches, überladenes Album eines Ausnahmetalents

Alexander Tucker legt mit Dorwytch ein engagiertes, aber leider auch sehr überladenes Album vor. Der Multiinstrumentalist will mehr beweisen als er eigentlich braucht. Schade, findet KRISTOFFER CORNILS.

 

Stimmlich ist der Ausnahmekünstler nicht weit von Maynard James Keenan, Frontmann von Tool und A Perfect Circle entfernt. Musikalisch vertieft sich der Eindruck: Einige der Lieder hätten durchaus das Potenzial, auf einem APC-Album Lücken zu füllen, wie Pearl Relics oder His Arm Has Grown Long. Auch tauchen hier und da gehörig mehr ungewollte Querverweise auf: Mildew Stars könnte auch die Elliott Smith-Interpretation eines frühen Pink Floyd-Songs sein und grade bei den etwas weniger überladenen Stücken kommt Tuckers Affinität für industriellen Neofolk und Michael Giras zahlreiche Projekte zutage. Noch etliche mehr dieser versteckten und bestimmt ungewollten Zitate kann man mit jedem Durchhören entdecken.

 

Das ist nicht unbedingt so störend – Tucker schafft es, einen homogenen Bogen zu spannen, seinen eigenen Sound zu kreieren. Aber sein Anspruch bringt ihn doch zu Fall: Überorchestriert und etwas sehr angestrengt klingt der experimentelle Folk des Engländers. Die eine oder andere Gitarrenspur hätte er sich lieber sparen sollen, die hintergründigen Drone-Sounds zumal. Dorwytch sackt über seine 14 Songs immer mehr ab, es bringt wenig Neues, tobt sich nicht aus und hält sich trotzdem nicht zurück, sondern pendelt vor allem um die Achse der musikalischen Profilneurose. Das ist ziemlich schade, denn Tucker könnte definitiv mehr leisten, wenn er sich eher auf seine Songs konzentrieren würde statt auf eine möglichst vielschichtige Produktion.

 

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