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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:21

Long: American Primitive

31.03.2011

Gegensätze ziehen sich an

Folk und Americana auf der einen – Elektronik und digitale Klanginstallationen auf der anderen Seite. Gitarren gegen Mischpult. Walkabouts vs. Tosca, Amerika und Europa, Chris Eckmann mit Rupert Huber. Was völlig unvereinbar klingt, gehört mit dem Projekt Long zukünftig zusammen. Von DAVID EISERT

 

Vor acht Jahren kreuzten sich zum ersten Mal die Wege der beiden Vollblutmusiker und bei einer gemeinsamen spontanen Jam auf einer Party entdeckten sie verbindende Vibes. Aber wie es mit Partybekanntschaften so ist: mit dem Kater geht auch die Erinnerung. 2005 kreuzten sich dann ihre Wege erstmals im Studio. Eckmann übernahm für den Tosca Song, John Lee Huber Gesangslinien. Jetzt war beiden klar, dass Gevatter Zufall etwas Hilfe braucht und erste Session Termine wurden klar gemacht.

 

Daraus entstand ein reger Austausch von Soundfiles und Ideen, aus denen wiederum das Album American Primitive resultiert. Wenn zwei so starke Charaktere mit jeweils eigenem, unermesslich großem musikalischen Background und kompositorischem Wissen aufeinander treffen, dann bedarf es schon einem noch viel größeren Selbstbewusstseins, die Stärken des Anderen zu akzeptieren und auf einen Nenner zu bringen. Und das ist den Beiden gelungen. Europäische Elektronik-Disziplin schichtet sich mit dem Freigeist des Blues. Die Songs sind warm und organisch. Man hört hier keine programmierten Basictracks, über die sich lediglich eine Folkgitarre legt, sondern der Song steht immer im Vordergrund.

 

Moderne Studio- und Digitaltechnik bieten natürlich wahnsinnig viele Möglichkeiten, um aus akustischen Klängen feine Loops zu zaubern oder ähnliche Spielchen zu treiben. Solange die Seele nicht zwischen zwei Festplatten verloren geht. Was hier nicht geschehen ist. Packende Melodien und Eckmanns einnehmende Stimme verbinden sich mit undefinierbaren Klängen und hypnotischen Grooves zu einer flüsternden Collage voller Kraft und Vitalität.

 

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